Frankreichs Händler fordern Hilfe nach Krawallen

  /  19.10.2026

Nach den Plünderungen in Frankreich spricht die Regierung von mindestens 3.000 betroffenen Geschäften und kündigt Hilfen für die Händler an…

Frankreichs Einzelhandel kämpft mit den Folgen der Ausschreitungen vom 17. und 18. Oktober. Zerstörte Schaufenster, geplünderte Verkaufsräume und gestohlene Waren belasten Unternehmen in zahlreichen Städten. Handelsminister Serge Papin schätzt die Zahl der betroffenen Geschäfte auf mindestens 3.000. Das Industrie- und Handelskammernetz CCI France rechnet mit Schäden von mehreren Hundert Millionen Euro.

Auch der Modehandel ist betroffen. Nicolas Houzé, Executive Chairman der Galeries-Lafayette-Gruppe, berichtet von Auswirkungen auf nahezu alle Verkaufsstellen. Besonders schwer habe es Bordeaux getroffen. Außerdem nennt er Nantes, Rennes, Tours, Perpignan und Chambéry. Neben den wirtschaftlichen Verlusten hebt Houzé die Gefährdung von Mitarbeitern und Kunden hervor.

Die Regierung hat Unterstützung angekündigt. Premierminister Sébastien Lecornu stellte am 19. Oktober einen beschleunigten Zugang zur Kurzarbeit ab dem 20. Oktober sowie einen speziellen Hilfsfonds für geschädigte Geschäfte in Aussicht. Damit sollen Arbeitsplätze geschützt und die Wiederaufnahme des Geschäfts erleichtert werden.

Lecornu verwies auf den Finanzierungsbedarf der Händler: Viele hätten ihre Warenbestände für das Weihnachtsgeschäft bereits aufgebaut. Mit den Versicherern werde deshalb über schnellere Schadensprüfungen und Abschlagszahlungen gesprochen. Für den 20. Oktober setzte die Regierung außerdem eine Sondersitzung mit Wirtschafts- und Handelsverbänden, Banken und Versicherern an.

Das CCI-Netzwerk warnt, dass die Zerstörungen bereits geschwächte Unternehmen treffen. Steigende Kosten und eine geringere Besucherfrequenz in den Innenstädten hätten viele Betriebe schon zuvor belastet.

Parallel beschäftigt der mögliche Weiterverkauf gestohlener Ware die Behörden. Die Regierung verlangt von Onlineplattformen, entsprechende Anzeigen rasch zu entfernen und mit Ermittlern zusammenzuarbeiten. Vinted erklärt, Inserate mit Verdacht auf gestohlene Produkte zu prüfen und zu löschen.

Key Facts
Markt: Frankreich
Ereignis: Plünderungen und Sachbeschädigungen am 17. und 18. Oktober 2026
Betroffene Geschäfte: Nach Einschätzung von Handelsminister Serge Papin mindestens 3.000
Schadenshöhe: CCI France rechnet mit mehreren Hundert Millionen Euro
Modehandel: Galeries Lafayette meldet Auswirkungen auf nahezu alle Verkaufsstellen
Besonders betroffen laut Galeries Lafayette: Bordeaux, außerdem Nantes, Rennes, Tours, Perpignan und Chambéry
Regierungsankündigung vom 19. Oktober: Beschleunigter Zugang zur Kurzarbeit ab dem 20. Oktober und spezieller Unterstützungsfonds
Versicherungen: Gespräche über schnellere Schadensprüfungen und Abschlagszahlungen
Weitere Beratung mit Wirtschaft, Banken und Versicherern: Für den 20. Oktober 2026 angesetzt
Onlineplattformen: Entfernung von Anzeigen gestohlener Waren und Zusammenarbeit mit Ermittlern gefordert

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