Der „gesunde Kern“ der c.a.r.o GmbH bleibt nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens erhalten. „Wir haben jetzt für zehn Filialen eine Fortführungslösung realisieren können. Damit können zugleich 45 Arbeitsplätze gesichert werden. Das ist angesichts der äußerst schwierigen Begleitumstände dieses Verfahrens ein Erfolg“, so der vom Amtsgericht Münster bestellte Insolvenzverwalter Sebastian Nolte von der Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte Insolvenzverwalter. Mit Wirkung zum 27. Juni 2016 hat die unter Beteiligung der bisherigen Eigentümerfamilie neu gegründete Modeservice GmbH den Geschäftsbetrieb an den zehn Standorten übernommen. Die 35 weiteren Stores sind bereits geschlossen beziehungsweise werden zeitnah die Türen schließen.
Die Sanierung und Neustrukturierung des Damenmode-Filialisten wurde laut Unternehmen nicht nur durch die schwache Nachfrage und die negativen Perspektiven im stationären Modegeschäft in Deutschland erschwert, zudem seien einige Vermieter nicht mehr bereit gewesen, neue Mietverträge abzuschließen. Einige potenzielle Investoren nahmen außerdem von einer Übernahme Abstand, weil die Markenrechte nicht übertragen werden konnten, da sich diese nicht im Eigentum der c.a.r.o. GmbH befanden. Letztlich blieb daher als Alternative zur Liquidierung des Geschäftsbetriebs und Einzelverwertung des Betriebsvermögens nur die Option der Modeservice GmbH zur Fortführung übrig.
Die c.a.r.o. GmbH wurde im Juni 2014 gegründet, um den Geschäftsbetrieb der insolventen Carolin Vanity GmbH & Co KG zu übernehmen. Nach dem witterungsbedingt sehr schlechten Wintergeschäft musste die Gesellschaft Ende April 2016 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.
