Fake-Trikots überschwemmen den Markt

  /  06.06.2026

Vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 warnen Markenverband, EUIPO und DPMA vor mehr Fälschungen. Besonders Trikots stehen im Fokus von Handel, Marken und Zoll…

Vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steigt nach Einschätzung des Markenverbands das Risiko gefälschter Fanartikel. Große Sportereignisse erhöhen die Nachfrage nach Trikots und Merchandising-Produkten; nach Angaben von Julia Hentsch, Leiterin Rechts- und Verbraucherpolitik beim Markenverband, wächst erfahrungsgemäß auch das Angebot an Fälschungen deutlich. Der genaue wirtschaftliche Schaden lasse sich schwer beziffern, weil der Handel mit Fälschungen nicht vollständig erfasst werde und häufig im Verborgenen stattfinde.

Eine repräsentative YouGov-Umfrage vom 19. Mai 2026 mit rund 4.000 Befragten ab 18 Jahren zeigt die Relevanz im Markt: 19 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben nach eigenen Angaben schon einmal oder mehrfach ein Fußballtrikot gekauft, bei dem es sich vermutlich nicht um ein Originalprodukt handelte. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag der Anteil mit 31 Prozent am höchsten.

Der Blick auf Sportartikel insgesamt zeigt die wirtschaftliche Dimension. Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, EUIPO, schätzte 2024 den jährlichen Schaden durch gefälschte Sportartikel in der EU auf rund 850 Mio. Euro. Das entspricht etwa elf Prozent des Branchenumsatzes. Das Deutsche Patent- und Markenamt verweist ebenfalls auf diese EUIPO-Berechnung und ordnet Produkt- und Markenpiraterie als Problem für Hersteller, Handel und Verbraucher*innen ein.

Für die Mode- und Textilbranche ist das Thema noch breiter zu sehen. Eine EUIPO-Studie zu Bekleidung, Kosmetik und Spielwaren beziffert die jährlichen Umsatzverluste in Europa auf insgesamt 16 Mrd. Euro. Allein im Bekleidungssektor nennt die Untersuchung rund 12 Mrd. Euro Umsatzverlust pro Jahr und rund 160.000 weniger Arbeitsplätze.

Für Marken und Händler*innen entsteht rund um die WM ein doppeltes Risiko: Fälschungen greifen in den Umsatz lizenzierter Produkte ein und schwächen zugleich die Kontrolle über Qualität, Produktsicherheit und Markenbild. Der Verkauf findet häufig über Onlinekanäle, Marktplätze, soziale Medien, Reiseziele oder informelle Handelsstrukturen statt. Gerade bei emotional aufgeladenen Sportereignissen können Preis, Verfügbarkeit und schnelle Lieferung stärker wirken als die Frage nach Herkunft und Originalität.

Key Facts
Thema: gefälschte Fußballtrikots und Sportartikel
Anlass: Fußball-Weltmeisterschaft 2026
Umfrage: YouGov, 19. Mai 2026
Befragte: rund 4.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland
19 Prozent: haben bereits mutmaßlich gefälschte Fußballtrikots gekauft
31 Prozent: Anteil bei den 18- bis 24-Jährigen
EUIPO-Schätzung Sportartikel: rund 850 Mio. Euro Schaden pro Jahr in der EU
EUIPO-Schätzung Bekleidung/Kosmetik/Spielwaren: 16 Mrd. Euro Umsatzverlust pro Jahr in Europa
Bekleidung allein: rund 12 Mrd. Euro Umsatzverlust pro Jahr laut EUIPO

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