Die EU-Kommission hat gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu eine Strafe in Höhe von 200 Mio. Euro verhängt. Grundlage ist der Digital Services Act (DSA), mit dem die EU große Plattformen stärker reguliert.
Brüssel wirft Temu vor, Risiken illegaler und gefährlicher Produkte nicht ausreichend kontrolliert zu haben. Laut EU-Kommission wurden bei Testkäufen unter anderem unsichere Babyspielzeuge, Ladegeräte sowie Produkte mit verbotenen Chemikalien festgestellt. Die Behörde spricht von einem „hohen Anteil“ problematischer Artikel.
Temu muss nun bis Ende August einen Maßnahmenplan vorlegen. Andernfalls drohen weitere tägliche Strafzahlungen. Parallel laufen weitere Untersuchungen gegen die Plattform, unter anderem zu Empfehlungsalgorithmen, Gamification-Elementen und dem Zugang von Forschenden zu Plattformdaten.
Die Strafe gilt als eines der bislang deutlichsten Signale der EU gegen internationale Billig- und Fast-Fashion-Plattformen. Auch Shein und AliExpress stehen inzwischen unter verstärkter Beobachtung europäischer Behörden.
Für den europäischen Handel gewinnt die Debatte zunehmend an Bedeutung. Branchenverbände kritisieren seit längerem mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch Plattformen aus China, insbesondere bei Produktsicherheit, Zollfragen und regulatorischen Standards.
Mit dem Vorgehen gegen Temu verschärft die EU ihren Kurs gegenüber internationalen Onlineplattformen und verbindet Verbraucherschutz zunehmend mit Fragen der Plattformverantwortung und Handelsregulierung.
Key Facts: Temu / EU
Unternehmen: Temu
Behörde: EU-Kommission
Strafe: 200 Mio. Euro
Rechtsgrundlage: Digital Services Act (DSA)
Vorwürfe: illegale und gefährliche Produkte
Genannte Produktgruppen: Spielzeug, Elektronik, Schmuck
Weitere Untersuchungen: Algorithmen und Gamification
Frist für Maßnahmenplan: Ende August 2026
Weitere betroffene Plattformen: Shein und AliExpress
Branchenrelevanz: Produktsicherheit und Plattformregulierung
