EU straft AliExpress ab

  /  20.07.2026

Die EU verhängt 550 Mio. Euro Strafe gegen AliExpress. Im Fokus stehen Fälschungen, unsichere Produkte und unfairer Wettbewerb im Onlinehandel…

Die EU-Kommission verhängt gegen AliExpress eine Geldbuße in Höhe von 550 Mio. Euro. Der zum Alibaba-Konzern gehörende Online-Marktplatz soll nach Auffassung der Behörde nicht ausreichend gegen illegale, unsichere und gefälschte Produkte auf seiner Plattform vorgegangen sein. Das Verfahren läuft unter dem Digital Services Act, der großen Online-Plattformen besondere Pflichten bei Risikobewertung, Kontrolle und Entfernung illegaler Angebote auferlegt.

Für die Mode- und Lifestyle-Branche ist vor allem der Fälschungsaspekt relevant. Genannt werden unter anderem gefälschte Bekleidung, Schuhe, unsicheres Spielzeug und gefährliche Kosmetika. Aus Sicht der EU treffen solche Angebote nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen, die in Design, Sicherheit, Entwicklung und rechtskonforme Produkte investieren. Damit wird die Plattformkontrolle auch zu einer Frage fairer Wettbewerbsbedingungen.

Die Kommission wirft AliExpress vor, Risiken nicht ausreichend bewertet und gemindert zu haben. Problematisch seien unter anderem zu schwache Kontrollsysteme, überlastete Prüfteams und Fälle, in denen rechtswidrige Produkte empfohlen oder beworben wurden, bevor sie von der Plattform entfernt wurden. AliExpress muss nun bis zum 20. Oktober einen Aktionsplan zur Nachbesserung vorlegen.

Die Strafe ist die bislang höchste Sanktion unter dem Digital Services Act, bleibt aber deutlich unter der möglichen Höchstgrenze. Nach dem DSA kann die EU bei Verstößen Geldbußen von bis zu 6% des weltweiten Jahresumsatzes eines Konzerns verhängen. Bei Alibaba hätte die mögliche Obergrenze nach EU-Angaben bei mehr als 7 Mrd. Euro gelegen.

Der Fall fügt sich in eine breitere Linie der EU gegen asiatische Plattformanbieter ein. Ende Mai hatte die Kommission bereits Temu mit 200 Mio. Euro wegen Verstößen gegen den Digital Services Act belegt. Auch dort ging es um das Risiko, dass Verbraucher in der EU mit illegalen Produkten konfrontiert werden. Für Handel und Marken steigt damit der regulatorische Druck auf Plattformen, die mit sehr niedrigen Preisen und großem Warenvolumen in Europa wachsen.

Key Facts
Unternehmen: AliExpress
Mutterkonzern: Alibaba Group
Thema: EU-Strafe wegen illegaler, unsicherer und gefälschter Produkte
Strafe: 550 Mio. Euro
Rechtsgrundlage: Digital Services Act
Vorwurf: unzureichende Kontrolle und Risikominderung auf der Plattform
Betroffene Produktgruppen: unter anderem gefälschte Bekleidung, Schuhe, Spielzeug und Kosmetika
B2B-Relevanz: Produktsicherheit, Markenfälschungen und fairer Wettbewerb
Frist: Aktionsplan bis 20. Oktober 2026
Einordnung: bislang höchste DSA-Strafe
Vergleich: Temu wurde im Mai 2026 mit 200 Mio. Euro belegt

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