EU beschließt Paketabgabe für Billigimporte

  /  15.12.2025

Die 150 Euro-Zollfreigrenze soll ab 2028 abgeschafft werden – vorher soll bereits eine Pauschale auf jedes Paket mit einem Wert unter dieser Grenze eingeführt werden…

Vor allem um die Paketanzahl von Onlinehändlern wie Temu, Shein und Co. einzudämmen, soll jetzt bereits vor der geplanten Abschaffung der 150 Euro-Zollfreigrenze in 2028 eine Pauschale auf jedes Paket mit Inhalten unter diesem Wert eingeführt werden. Ab Juli nächsten Jahres sollen laut Einigung der EU-Mitgliedsstaaten drei Euro pro Paket bezahlt werden, die von den nationalen Zollbehörden erhoben werden.

2024 sollen täglich rund zwölf Mio. Pakete in der EU angekommen sein; bei 65% werden schätzungsweise niedrigere Warenwerte angegeben, um Zollgebühren zu vermeiden. Der Handelsverband (HDE) bewertet die Einigung der EU-Finanzminister auf eine Paketabgabe für Billigimporte als wichtige Maßnahme zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs im Onlinehandel. „Mit der neuen Paketabgabe für Billigimporte setzt Europa ein klares Zeichen für einen fairen Wettbewerb im Online-Handel, wie es der HDE seit Jahren fordert. Die gemeinsame, europäische Maßnahme zeigt Drittstaatenhändlern, dass sie mit ihren Regelverstößen in der gesamten EU nicht länger durchkommen. Diese Geschlossenheit sendet ein starkes Signal in die Welt“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Der HDE dränge seit Jahren auf konkrete und konsequente Schritte der EU, um den unfairen Wettbewerb mit Online-Plattformen und -händlern aus Fernost zu beenden. 

Entscheidend sei allerdings, dass von der Paketabgabe nur direkt an die Endkundinnen und -kunden versendete Waren betroffen sein dürfen. „Ansonsten könnte die Gebühr die internationalen Einkäufe der heimischen Handelsunternehmen verteuern und so zu neuen Wettbewerbsnachteilen führen“, so von Preen. Die nationalen Zollbehörden stelle die Paketabgabe zudem vor große Herausforderungen. Jede Zollbehörde in Europa arbeite anders und unterschiedlich effektiv. „Es braucht dringend gemeinsame Standards, eine IT-Vernetzung und eine viel engere Zusammenarbeit, um gegen systematische Regelverstöße aus Fernost vorzugehen“, fordert von Preen. Der HDE schätzt die Umsätze von Temu und Shein in Deutschland für November und Dezember in diesem Jahr auf bis zu eine Milliarde Euro.

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