Esprit bringt neue Linie

  /  04.12.2013

Verluste in Millionenhöhe, Warenverkäufe bei Discountern – der Esprit-Konzern ist deutlich geschwächt. CEO José Manuel Martínez will den Absturz der Marke stoppen – wie?

Seit dem Gang an die Börse vor rund 20 Jahren musste Esprit im Geschäftsjahr 2012/13 einen Aktientiefstand sowie Verluste in Höhe von etwa 4,4 Mrd. Hongkong-Dollar (etwa 430 Mio. Euro) hinnehmen. Insgesamt gingen jedoch nicht nur die Umsatzzahlen erheblich zurück, auch die Verkaufsfläche verringerte sich, Händler sprangen ab und Arbeitsplätze gingen verloren. CEO José Manuel Martínez spricht jetzt von einem „Turnaround“, im Zuge dessen man die Marke unter anderem mit einer jüngeren, vertikalen Linie – ähnlich der bereits vorhandenen edc-Line – wieder attraktiver auf dem Markt positionieren wolle. Diese soll etwas günstiger und jünger sein, dennoch wolle man sich nicht auf die „ganz Jungen“ konzentrieren, äußerte sich der Esprit-Chef gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Man sei als Brand in der mittleren Preiskategorie angesiedelt und wolle dort auch bleiben. Teilweise plane man aber Preissenkungen, beispielsweise im Hosenbereich.

Die neue Linie soll bereits im kommenden Jahr in einigen eigenen Läden zunächst auf den Kernmärkten des Unternehmens Deutschland, Österreich und den Benelux-Ländern verkauft werden. Leichte Kurskorrekturen der ersten Quartalszahlen würden in eine positive Richtung verweisen, die finanziellen Mittel genauso wie die Markenbekanntheit seien in dem Maße vorhanden, als dass man darauf aufbauen könne. Der Positionierung abträglich waren im vergangenen Jahr allerdings derlei Verkaufsaktionen wie jene bei dem Discounter Kik. Dort wurde Ware des Labels zu günstigen Preisen veräußert, Esprit erklärte, man habe alles unternommen, um solche Angebote zukünftig zu verhindern, könne aber leider auf Ware, die bereits in der Vergangenheit in den Markt gelangt ist, keinen Einfluss mehr nehmen.

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