Zum wiederholten Male hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller die Bekleidungsindustrie aufgefordert, die Entschädigungszahlungen für die Opfer des Fabrikeinsturzes des Rana Plaza-Gebäudekomplexes in Bangladesch vor gut einem Jahr zu zahlen. Während eines Treffens mit dem dortigen Arbeitsminister Muhammad Mujibul Haque Chunnu habe Müller laut Nachrichtendienst EPD seiner Sorge Ausdruck verliehen, dass sich die Unternehmen aus der Verantwortung stehlen und nicht den zugesagten Beitrag in den Entschädigungsfond einzahlen wollen. Darüber hinaus forderte Müller die bangladeschische Regierung dazu auf, die Verbesserung beim Arbeitsschutz sowie bei den Sozialstandards voranzutreiben. Die Bundesregierung wolle helfen, man benötige jedoch ein Zeichen des Fortschritts, hieß es.
Müller hatte Ende April dieses Jahres mit Vertretern aus der Wirtschaft, von Gewerkschaften und Hilfsorganisationen einen Round Table ins Leben gerufen, um für verbesserte Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu sorgen sowie ein einheitliches Textil-Gütesiegel zu lancieren. Zentrale Kriterien hierfür seien „hohe Standards wie beispielsweise existenzsichernde Löhne“, darunter verstehen Kritiker eine Bezahlung, welche die Grenze der staatlich festgesetzten Mindestlöhne überschreite und den Mitgliedern der Arbeiterfamilien darüber hinaus Zugang zu Bildung und zur Altersvorsorge ermögliche. Dies halte man allerdings teilweise für illusorisch: Man könne nicht auf den zahlreichen Stufen der Produktionskette eines T-Shirts, die es vom Baumwollfeld bis zum Verkauf durchläuft, höhere Löhne definieren, durchsetzen und zudem kontrollieren. Das sei eine Überforderung der Handelsketten.
Entwicklungsminister Müller erhebt Kritik
/ 17.06.2014Der Bundesentwicklungsminister glaubt, man wolle sich nach den Rana Plaza-Unglücken aus der Affäre ziehen; nun kritisiert er nicht nur die Unternehmen, sondern auch…

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