Die Kampagne für Saubere Kleidung sowie das Inkota Netzwerk befürworten den offiziellen Beitritt der deutschen Textilverbände zum Textilbündnis. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg sowohl zur Einhaltung von Sozial- und Ökostandards als auch zur Verbesserung der Menschenrechte der Arbeiter innerhalb der globalen Lieferkette für Textilien. Beide Organisationen hoffen jedoch darauf, dass das Zugeständnis kein rein symbolischer Akt bleibt, sondern diesem zeitnah Taten folgen. Am 23. April 2015 wird die angekündigte Protestaktion „PayUp! – Für die Entschädigung der Opfer von Rana Plaza“ wie geplant stattfinden „Die rasche und angemessene Entschädigung der Opfer von Rana Plaza wäre ein sehr konkretes Beispiel, mit dem die Unternehmen glaubhaft machen könnten, dass hinter ihrem begrüßenswerten Beitritt zum Textilbündnis auch ein ernst gemeinter Wille steht“, so Berndt Hinzmann vom Inkota Netzwerk.
Zu der benötigten Gesamtsumme in Höhe von 30 Mio. US-Dollar fehlen noch sechs Mio., die in den Entschädigungsfonds der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) eingezahlt werden sollen. Nach öffentlichem Druck hatte die Benetton Group kürzlich 1,1 Mio. Dollar bereitgestellt, postuliert waren fünf Mio. Der Forderung, so Hinzmann, bleibe auch weiterhin bestehen. Ebenfalls in der Kritik stehen Unternehmen wie die Adler Modemärkte, NKD und die Kanz/Kids Fashion Group, von denen die Organisationen Entschädigungsaufwendungen erwarten.
