Einzelhandelsstandort Berlin: hohe Nachfrage

  /  09.05.2014

Der Konkurrenzkampf um Einzelhandelsflächen in Berlin ist laut Retail Service Marktreport 2014 ungebrochen hoch, das Angebot wird zunehmend knapper…

Im stationären Einzelhandel Berlins konnte im vergangenen Jahr ein Umsatz von 18 Mrd. Euro generiert werden. Dabei ist der Konkurrenzkampf um derlei Flächen ungebrochen hoch, zeigt der aktuelle Retail Service Marktreport 2014 des Immobilienunternehmens Engel & Völkers. Niedrige Leerstände und Spitzenmieten befinden sich auf einem konstant hohen Niveau, insbesondere in Lagen wie dem Tauentzien, dem Kurfürstendamm sowie am Hackeschen Markt sind die Mieten sogar noch gestiegen. „Zahlungskräftige internationale Unternehmen“ möchten sich in diesen Top-Lagen platzieren, „wofür jedoch nur ein knappes Angebot an vermietbaren Flächen zur Verfügung steht“, so Marcus Kötschau, Bereichsleiter Retail Services bei Engel & Völkers Commercial Berlin.
 
Für das laufende Jahr rechnet Kötschau mit Spitzenmieten auf dem Tauentzien von 280 Euro pro qm und auf dem Kurfürstendamm von 220 Euro pro qm. Auf der Schloßstraße im Berliner Südwesten seien die Quadratmeterpreise mit 100 Euro aufgrund des verfügbaren Flächenangebots konstant. „Einzelhändler schätzen hier die stabile Einzelhandelslage, die einen breiten Kundenkreis – vor allem aus dem kaufkraftstarken Südwesten und dem Umland der Stadt – anspricht“, erklärt Kötschau. Auf der Wilmersdorfer Straße sei erstmals seit geraumer Zeit der Vollvermietungsstand erreicht. Der Spitzenmietpreis liegt hier weiterhin bei 90 Euro pro qm.

In unmittelbarer Nähe zur Friedrichstraße steht die Eröffnung des Shopping-Centers am Leipziger Platz (LP 12 Mall of Berlin), in dem sich rund 270 Geschäfte auf 76.000 qm Fläche präsentieren, kurz bevor. „Die langfristigen Auswirkungen sind bisher noch nicht zu beurteilen. Jedoch zeigten sich viele potenzielle Kunden im vergangenen Jahr eher abwartend bezüglich einer Anmietung auf der Friedrichstraße“, so Kötschau weiter. Aufgrund neu entstehender Synergien könnte die Mall künftig allerdings einen positiven Einfluss auf die etablierte 1a-Lage Friedrichstraße haben.

Im Osten weisen der Hackesche Markt und das Areal am Alexanderplatz den geringsten Filialisierungsgrad aller Berliner Top-Lagen auf. Dem Mangel an freien, mit Fokus auf kleinteiligen bis mittelgroßen, Flächen stehe eine hohe Nachfrage seitens der Einzelhändler gegenüber, was zu steigenden Spitzenmieten von derzeit 200 Euro pro qm führe. Besonders französische Marken zeigen eine Affinität, sich dort zu positionieren.

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