Im deutschen Einzelhandel schätzen Händler die gegenwärtige Lage als überwiegend zufrieden stellend ein. 44% bewerten ihre aktuelle Geschäftssituation als gut, weitere 40% als eher gut. Die Vertriebsform mit der höchsten Zufriedenheit sind die Internethändler, sie bewerten zu 92% ihre Lage als gut. Insgesamt hoffen sowohl der stationäre Handel als auch der E-Commerce zudem auf ein gelungenes Weihnachtsgeschäft. 40% der Befragten gehen dabei davon aus, dass es sich über dem Vorjahresniveau von 2011 bewegen wird, lediglich 11% rechnen mit einem niedrigeren Umsatzniveau. Der Zuwachs ist jedoch eher niedrig angesiedelt: Durchschnittlich prognostiziert man ein Umsatzplus von 0,7%. Zu diesem Ergebnis kommt die Handelsbarometer-Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young.
Mittelfristig gesehen erwartet jeder neunte Befragte im stationären Handel, dass sich seine eigene Lage in den kommenden sechs Monaten verschlechtern wird, 2011 hatten lediglich 4% eine Verschlechterung befürchtet. Ein entscheidender Faktor für das erwartete sinkende Konsumvertrauen könnten die europäische Schuldenkrise und ihre Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland sein. So erwarten zwar 27% der Befragten, dass die Konsumlaune der deutschen Verbraucher im kommenden halben Jahr steigen wird, immerhin 24% befürchten jedoch, dass sie abnimmt. Dabei gehen 60% der Befragten von geringfügigen negativen, 8% von erheblich negativen Folgen aus. Besonders pessimistisch angesichts der drohenden Krise sind diejenigen Vertriebsformen, denen es momentan noch überdurchschnittlich gut geht: 81% der Internethändler erwarten negative Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise.
Um diesem entgegenzuwirken, wollen 43% der Unternehmen die Gesamtinvestitionen erhöhen. Im Zuge dessen setzen viele Händler auf zusätzliche Vertriebskanäle, um ein Umsatzwachstum zu generieren. 36% wollen ihre Vertriebswege ausbauen, lediglich 1% plant, sich auf weniger Vertriebskanäle zu beschränken.
