Deutschland muss sich auf Trump-Zölle vorbereiten

  /  10.11.2024

Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten werde Deutschland und die EU laut Ifo Institut vor „erhebliche Probleme“ stellen, durch höhere Zölle und stärkere Beschränkungen…

Donald Trump ist zum zweiten Mal zum Präsidenten der USA gewählt worden – sein wirtschaftspolitischer Kurs werde Deutschland und die Europäische Union nach Ansicht des Ifo Instituts vor erhebliche Probleme stellen. „Trump verfolgt eine ausgeprägt protektionistische Agenda, die auf höhere Importzölle und stärkere Beschränkungen des internationalen Handels setzt, insbesondere gegenüber China und potenziell auch gegenüber Europa“, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest und empfiehlt, dafür Vorkehrungen zu treffen.

Deutsche Exporteurinnen und Exporteure, für die die USA der größte Absatzmarkt außerhalb der EU sind, müssen mit empfindlichen Einbußen rechnen, sollte Trump Basiszölle von 20% auf US-Importe aus der EU und 60% auf Importe aus China erheben. Diese Maßnahmen würden allein in Deutschland einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden von 33 Mrd. Euro bedeuten. Das Ifo Institut schätzt, dass die deutschen Exporte in die USA damit um etwa 15% zurückgehen könnten. Zusätzlich würden die Ausfuhren nach China um 10% sinken, weil Chinas Exporte in die USA massiv zurückgehen würden.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die USA weiter von einer offenen, globalen Zusammenarbeit entfernen“, warnt auch Lisandra Flach, Leiterin des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft. „Deutschland und die EU müssen nun ihre Position durch eigene Maßnahmen stärken. Dazu gehören eine tiefere Integration des EU-Dienstleistungsmarktes und glaubwürdige Vergeltungsmaßnahmen gegenüber den USA“, so ihre Empfehlung. So könnte beispielsweise das von der EU neu geschaffene Anti-Coercion-Instrument genutzt werden. Es sieht neben Zöllen weitere Gegenmaßnahmen bei wirtschaftlichem Zwang vor. Außerdem könnten Deutschland und die EU die Zusammenarbeit mit einzelnen US-Bundesstaaten verstärken.

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) gratulierte Trump zur gewonnenen Präsidentschaftswahl. BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura kommentiert: „Er trägt mit seiner zweiten Amtszeit ein hohes Maß an Verantwortung für die außen- und wirtschaftspolitische Lage der Welt. Ein amerikanischer Präsident kann und darf nie nur und ausschließlich ‚America first‘ sein. Die USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner. Die USA sind auch Deutschlands wichtigster Verbündeter in einer Zeit globaler Umbrüche. Wir brauchen die enge und vertrauensvolle transatlantische Partnerschaft.“ Und weiter: „Natürlich blicken wir Groß- und Außenhändler mit etwas Anspannung auf die ersten Amtshandlungen des künftigen Präsidenten. Importzölle auf europäische und chinesische Produkte sehen wir kritisch. Die Welt braucht weniger und nicht mehr Handelsbeschränkungen.“ 

„Wir setzen auf eine Fortsetzung der traditionell guten transatlantischen Beziehungen. Unsere gemeinsamen Werte prägen unsere langjährige Beziehung. Wir wünschen uns eine Intensivierung dieser Partnerschaft und mehr wirtschaftliche Kooperation. Beispielsweise über eine Fortsetzung und Aufwertung des EU-US Handels- und Technologierats TTC. Das Scheitern des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP vor wenigen Jahren war ein massiver politischer Fehler. Wir sollten ihn nicht wiederholen“, so der Unternehmer weiter.

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