Cosh startet nach Belgien, den Niederlanden und Spanien nun auch auf dem deutschen Markt. Die Online-Plattform, die Konsumentinnen und Konsumenten zu lokalen, nachhaltigeren Fashion-Stores und Events führen soll, startet den Deutschland-Roll-out und fusioniert mit Green Fashion Tours. „Wir alle tragen jeden Tag Kleidung. Unsere Kleidung ist unsere zweite Haut und Teil unserer Identität. Aber die Modebranche ist eine der umweltschädlichsten der Welt und nachhaltige Kleidung zu finden, ist nicht immer einfach. Mit Cosh bieten wir eine benutzerfreundliche Online-Plattform, die Verbraucher:innen dabei hilft, mühelos lokale Geschäfte zu entdecken, die genau das anbieten“, sagt Gründerin Niki de Schryver.
Userinnen und User können eine maßgeschneiderte Einkaufsroute mit Anfahrtsplan erstellen, angepasst auf die eigene Stilrichtung und das Budget. Dabei informiert die Conscious-Shopping-Plattform über die Nachhaltigkeitsmerkmale der teilnehmenden Stores und Marken. So sind ganzheitliche Analysen zu finden, in denen erörtert wird, in welchen Bereichen der Nachhaltigkeit sich ein Label bereits engagiert und in welchen es sich noch weiterentwickeln muss. Außerdem gibt es eine Übersicht über Geschäfte, die unter anderem Kreislaufmode, Wiederverkauf, Reparatur oder Vermietung anbieten. 122 Stores sind bislang in Deutschland registriert.
Auf Expansionskurs
Seit der Gründung im Jahr 2019 ist das Start-up auf Expansionskurs. Nach dem Roll-Out in Belgien ist das Unternehmen seit 2022 in Spanien und seit Januar 2023 in den Niederlanden präsent. Der Launch in Deutschland sei ein weiterer Meilenstein. „Wir wollen so zugänglich wie möglich sein. Jede:r soll auf unserer Plattform den Weg zu nachhaltigerer Mode in seiner Muttersprache finden können“, so Niki de Schryver. „Die Ausweitung von Cosh auf dem deutschen Markt ist ein wichtiger Schritt vorwärts – auch bei der Bewältigung eines möglichen Klimakollapses. Wir unterstützen die Vision, dass wir zur Verhinderung nur fünf neue Kleidungsstücke pro Jahr einkaufen dürfen und darüber hinaus auf Secondhand-Ware oder Upcycling-Kollektionen gesetzt wird. Mit Cosh möchten wir dahingehend inspirieren, informieren und dazu ermutigen, mehr offline einzukaufen und freuen uns über lokale Händler:innen und Marken, die sich der Plattform anschließen möchten.“
Für Konsumentinnen und Konsumenten ist die Nutzung der Plattform kostenlos; Einzelhändlerinnen und -händler können durch eine Mitgliedschaft beitreten. Erste Stores aus Berlin und Hamburg sind bereits registriert, werden auf der Website in fünf Sprachen vorgestellt und sollen von über 35.000 monatlichen Userinnen und Usern sowie hiesigen Marketingmaßnahmen der Plattform profitieren. Zu den ersten Mitgliedern zählen Marken wie Merz b. Schwanen, Anekot und Nordlicht, Designer-Brands wie Natascha von Hirschhausen, Maqu und Remesalt, Upcycling-Labels wie Meyburg und Multibrand-Stores wie Slow Friday.
Kooperation mit Green Fashion Tours
Mit dem Launch in Deutschland kooperiert das Unternehmen mit Green Fashion Tours (GFT) und Circular Economy Tours. Arianna Nicoletti startete 2015 die Initiative, die bisher Führungen und Bildungsprogramme für Endverbraucherinnen und -verbraucher, Universitäten und Unternehmen in Berlin, Hamburg, Köln und München anbot. „Durch die Fusion mit Cosh werden wir viel mehr Bürger:innen erreichen und einer Vielzahl fantastischer Projekte, Marken und Modegeschäfte auf globaler Ebene mehr Aufmerksamkeit verleihen. […]“, sagt Nicoletti. Das Team und Tourenangebot sind ab sofort Teil der Cosh-Familie. Auch die ersten Stores aus dem GFT-Netzwerk haben sich bereits der Plattform angeschlossen.
Überprüfungsprozess für Transparenz
Um Teil der Community zu werden, müssen sich die Einzelhändlerinnen und -händler einem Vetting Process unterziehen. Dafür wurde ein Algorithmus mit einem abschließenden Ranking von 0 bis 100 entwickelt, der die Nachhaltigkeit bewertet. Die Beurteilung basiert auf einem Fragenkatalog, der in die sieben Kategorien Menschen, Planet, Zirkularität, Lieferkettenlänge, Tierwohl, Slow Fashion und Transparenz unterteilt ist. Die Gesamtwertung wird als Prozentsatz sowie visuell dargestellt. Zudem gibt es eine Beschreibung dazu, wie die Marke pro Kategorie abschneidet.
Zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Stores hat das Unternehmen ebenfalls ein System entwickelt. Dabei werden verschiedene Aspekte wie die Energieversorgung, Verpackungsmaterialien, Liefermöglichkeiten sowie das Marken-Portfolio berücksichtigt. Zudem berät Cosh die Besitzerinnen und Besitzer und zeigt Optimierungsmöglichkeiten auf.
Gründerin mit Mission
14 Jahre Erfahrung als Produktionsleiterin und strategische Beraterin für Modemarken sowie acht Jahre Expertise im Omnichannel-E-Commerce zählen zu den Karrieregrundlagen der Gründerin. „Meine Geschäftsentwicklung und strategischen Aktivitäten bei Bruno Pieters Antwerpen sowie die Gründung des ersten 100% transparenten Unternehmens ‚Honest by‘ waren nur der Ausgangspunkt. Transparenz ist wirklich der Anfang jeder Nachhaltigkeitsuntersuchung und nur der erste Schritt auf meiner persönlichen und beruflichen Mission“, erklärt sie. „Radikale Transparenz in allen Teilen der Lieferkette war meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, Kunden und der Presse zu zeigen, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht hatten, um die richtigen, nachhaltigeren Lieferanten zu finden, und zu zeigen, dass jeder wirklich fair entlohnt wurde. Mit der Transparenz über die aufgewendete Zeit wollten wir den Verbraucher:innen wieder näher an das Produktwissen heranführen. Wenn man weiß, wie viel Zeit in die Herstellung von Kleidung investiert wird, wertschätzt man sie auch mehr, anstatt sie als Wegwerfprodukt zu behandeln. Mit Cosh möchte ich mein Wissen nutzen, um den Übergang zu einer zirkuläreren, nachhaltigeren und menschlicheren Modebranche zu beschleunigen.“
Deutschland-Launch für Cosh
/ 26.07.2023Die Online-Plattform Cosh expandiert nach Deutschland und will auch hierzulande einen nachhaltigeren Konsum sowie den lokalen Einzelhandel unterstützen…

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