Creditreform: Pleitewelle auf Zehnjahreshoch

  /  01.06.2026

Creditreform und HRI sehen im Textil- und Bekleidungseinzelhandel 2025 ein Zehnjahreshoch bei Insolvenzen. Besonders kleine Geschäfte verlieren an Boden…

Creditreform und das Handelsblatt Research Institute melden für 2025 ein Zehnjahreshoch der Insolvenzen im Textil- und Bekleidungseinzelhandel. Im Textileinzelhandel wurden 75 Verfahren registriert. Im Bekleidungseinzelhandel waren es 126 Verfahren. 2024 lagen die Werte noch bei 49 beziehungsweise 141 Verfahren.

Die Untersuchung zeigt zugleich, dass sich der stationäre Handel weiter ausdünnt. Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe sank laut Creditreform von 2010 bis 2025 um rund 16 Prozent. Bei kleinen Geschäften mit weniger als 250.000 Euro Jahresumsatz fiel der Rückgang mit 28 Prozent noch deutlicher aus.

Im Mode und Textilmarkt verschiebt sich der Umsatz weiter in Richtung Distanzhandel. Der Report beziffert den Umsatz mit Bekleidung sowie Haus und Heimtextilien im Versand und Onlinegeschäft 2024 auf 19,1 Mrd. Euro. Der Marktanteil stieg von 21,4 Prozent im Jahr 2019 auf 28,3 Prozent im Jahr 2024.

Creditreform nennt mehrere Ursachen für die angespannte Lage: veränderte Konsumgewohnheiten, steigende Kosten, Konkurrenz durch digitale Vertriebskanäle, Fachkräftemangel, Nachfolgefragen und zusätzliche regulatorische Anforderungen. Für Innenstädte verstärkt die Entwicklung den Wegfall klassischer Fachgeschäfte und großer Frequenzbringer.

Key Facts

Studie: Creditreform und Handelsblatt Research Institute
Schwerpunkt: Textileinzelhandel und Innenstadtentwicklung
Insolvenzen Textilien: 75 Fälle im Jahr 2025
Insolvenzen Bekleidung: 126 Fälle im Jahr 2025
Vergleich 2024: 49 Fälle Textilien, 141 Fälle Bekleidung
Einzelhandel: rund 2.440 Insolvenzen 2025
Kleine Geschäfte: minus 28 Prozent seit 2010

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