Cotonea verlässt Textile Exchange

  /  21.05.2024

Nach acht Jahren Mitgliedschaft verlässt Cotonea die Initiative Textile Exchange. Diese sei mittlerweile von „Fast Fashion mit teilweise grünem Mäntelchen geprägt“...

Baumwollernte im von Cotonea mit aufgebauten Anbauprojekt in Kirgistan ©Cotonea

Cotonea beendet ab sofort die Mitgliedschaft bei der globalen Brancheninitiative Textile Exchange. Roland Stelzer, Geschäftsführer des Familienunternehmens Elmer & Zweifel, erläutert diesen Schritt: „Textile Exchange hatte sich unter dem ursprünglichen Namen ‚Organic Exchange‘ als Vertretung der globalen Biobaumwollbauern gegründet. Das originäre Ziel der Initiative, die weltweite Bio- und Fairtrade-Produktion voranzubringen, haben wir über viele Jahre uneingeschränkt unterstützt, zumal wir von Cotonea dasselbe Ziel verfolgen. Inzwischen hat sich Textile Exchange jedoch zu einem Sprachrohr der großen Marken und der Fast Fashion-Industrie entwickelt. Damit hat Textile Exchange das eigentliche Ziel aus den Augen verloren, und darüber hinaus eine interne Kultur entstehen lassen, die wir nicht mehr unterstützen wollen.“

Nach acht Jahren Mitgliedschaft konkretisiert Stelzer seine Erfahrungen: „Viele Mitarbeiter von Textile Exchange, die für Bio und Fairtrade standen, haben die Organisation mittlerweile verlassen. Auch ist der ursprüngliche runde Tisch zum Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Entwickeln von Maßnahmen einer Top-Down-Kultur gewichen. Diese von finanzstarken Mitgliedern von oben verordnete Handlungsanweisung entspricht weder inhaltlich noch kulturell unseren Werten. Textile Exchange ist leider nicht mehr vom Geist des biologischen und fairen Baumwollanbaus, sondern von Fast Fashion mit teilweise grünem Mäntelchen geprägt.“

Cotonea bedauere diese Entwicklung, da Textile Exchange nach wie vor der Hauptlieferant globaler Daten zum Biobaumwollmarkt sei. Die Chance zur Weiterentwicklung des nachhaltigen Faseranbaus nutze die Brancheninitiative jedoch nicht. So habe der Anbau von Biobaumwolle positive Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Böden. Darüber hinaus speichern Bio-Böden mehr CO2 und halten verfügbares Wasser besser als Böden der agro-industriellen Landwirtschaft. Fast Fashion dagegen sei weder ökologisch sinnvoll noch fair produziert. Stelzer ergänzt: „Selbstverständlich befürworten wir das Engagement großer Marken für nachhaltige Textilien, da diese eine große Hebelwirkung haben. Dies setzt jedoch voraus, dass den Ankündigungen auch konkrete Taten folgen.“ Cotonea werde sich auch künftig in internationalen Verbänden und Initiativen für die Weiterentwicklung von Biobaumwolle einsetzen.

Seit Gründung der Baumwollweberei Gebr. Elmer & Zweifel im Jahr 1855 widmet sich das Unternehmen der Naturfaser Baumwolle; 1995 begann der Einsatz von Biobaumwolle. Die 2003 gegründete Marke Cotonea bietet seitdem ausschließlich Biotextilien an. Das Unternehmen hat Anbauprojekte für Biobaumwolle in Uganda und Kirgistan mit aufgebaut und kennt alle Stationen entlang der Produktionskette auf persönlicher Ebene.

FÜR DEN VOLLSTÄNDIGEN INHALT DIESER SEITE, MELDEN SIE SICH BITTE AN.

Noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt für den kostenfreien 1st-blue-Business Club.
Als Teil unserer Community erhalten Sie Zugriff auf Branchen-News, Orderinfos, Netzwerktools und den wöchentlichen B2B-Newsletter.