China: Fabrikarbeiter beenden Streik

  /  28.04.2014

In Südchina nehmen Demonstranten nach zweiwöchigem Streik wieder ihre Arbeit auf. Das Ende der Proteste wurde jedoch nicht durch eine Einigung herbeigeführt…

In der südchinesischen Fabrik Yue Yuen Industrial wurde die Produktion nach zweiwöchigen Protesten der Arbeiter weitgehend wieder aufgenommen. Die Angestellten des Herstellerbetriebes, in dem unter anderem für Firmen wie Adidas, New Balance und Nike produziert wird, hatten für höhere Löhne und verbesserte Arbeitsbedingungen demonstriert. Zunächst war die Regierung eingeschritten, danach hatte Adidas dem Unternehmen auf unbestimmte Zeit Aufträge entzogen respektive Produktionsprozesse ausgelagert, letzten Endes soll es jedoch die Polizei gewesen sein, die den Streik beendete. Diese habe jeden mitgenommen, der die Arbeit verweigerte, heißt es laut Medienberichten. Die Forderungen seien jedoch noch nicht erfüllt worden.

Aus einer Mitteilung an die Hongkonger Börse soll hervorgegangen sein, dass der Streik das Unternehmen rund 27 Mio. US-Dollar gekostet habe. Weitere 31 Mio. US-Dollar seien in diesem Jahr bereits für zusätzliche Zugeständnisse bezahlt worden. Der Schuhhersteller soll sich bereit erklärt haben, ausstehende Sozialleistungen nachzuzahlen und die Lebenshaltungspauschale für die Arbeiter um 230 Yuan (27 Euro) im Monat zu erhöhen.

Das Unternehmen war zunehmend in das Visier der Regierung geraten, weil es unzureichende Sozialabgaben gezahlt habe. Zeitgleich forderte selbige die Arbeiter auf, ihre Ansprüche mit legalen Mitteln durchzusetzen. Hier tun sich jedoch zusätzliche Probleme auf, denn örtlichen Stellen wie der unabhängigen Schlichtungsstelle für Arbeitskonflikte sollen Strom, Telefon und Wasser abgedreht worden sein. So war es ihnen schwerlich möglich, den Arbeitnehmern entsprechende Hilfe zukommen zu lassen.

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