CCC stellt Forderungen an C&A

  /  06.03.2013

Anlässlich des Brandes in der Tazreen Fashion-Fabrik Ende 2012 hat die CCC mit dem Hauptabnehmer C&A die Höhe der finanziellen Aufwendungen debattiert. Weitere Maßnahmen werden gefordert.

Das Netzwerk Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign - CCC) hat in den Gesprächen mit C&A auf eine höhere Entschädigung für die Hinterbliebenen der Opfer des Brandes in einer Textilfabrik in Bangladesch plädiert, welche hauptsächlich für Bekleidungshersteller produzierte. Erst kürzlich hatte das Unternehmen eröffnet, dass es jedes der Kinder der Arbeiter, die bei dem Feuer vom 24. November 2012 ums Leben kamen, bis zum 18. Lebensjahr finanziell mit 50 US-Dollar pro Monat unterstützen und so für Ausbildungskosten und medizinische Ausgaben aufkommen würde.

Darüber hinaus will C&A durch die hauseigene Foundation 50 ehemaligen Mitarbeitern von Tazreen Fashion, die bei dem Brand Verletzungen davongetragen haben und ihre Arbeit bisher nicht wieder aufnehmen konnten, so lange für die medizinische Versorgung aufkommen, bis sie wieder arbeitsfähig sind und ihren Verdienstausfall ausgleichen. Die Hinterbliebenen der Verstorbenen sollen eine einmalige Abfindung von 1.200 US-Dollar erhalten, das seien laut CCC jedoch weniger als 4% von dem, was nach den Berechnungen der örtlichen Gewerkschaften anhand „gebräuchlicher Formeln“ erforderlich sei. Insgesamt liegt die Unterstützungssumme nach Unternehmensangabe von C&A bei geschätzt 1 Mio. US-Dollar.

Auch wenn das Netzwerk CCC generell die Zusage für eine Entschädigung der Opfer begrüßt, kritisiert es den Bekleidungsfilialisten gleichzeitig, nicht mit den Gewerkschaften vor Ort gesprochen zu haben, also die Vertretung der Arbeiterinnen nicht einbezogen zu haben. „Es kann nicht sein, dass sich C&A nur mit den Unternehmensverbänden bespricht, ohne die Betroffenen überhaupt zu befragen“, unterstreicht auch Johann Rösch, Textilexperte von ver.di. Gisela Burckhardt von FEMNET, Verbandsmitglied der Kampagne für Saubere Kleidung: „Außerdem ist es notwendig, das Brandrisiko systematisch und strukturell mit einem branchenweit einheitlichen Brandschutz zu bekämpfen. Die CCC fordert deshalb C&A auf, einem internationalen Brandschutzabkommen beizutreten, das lokale Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen in Bangladesch erarbeitet haben“, erklärte Burckhardt. Nach Vorlage der Verträge sollen diese jedoch zunächst einer betriebsinternen Prüfung unterzogen werden. Internationale Marken wie Calvin Klein, Tommy Hilfiger und Tchibo sind dem Brandschutzabkommen bereits beigetreten.

Mängel in den Brandschutzverordnungen sieht auch Phil Chamberlain, Head of Sustainable Business Development bei C&A Europa: „Unabhängig davon hat die Katastrophe des 24. November 2012 gezeigt, dass trotz der langjährigen Bemühungen von C&A um die Arbeitssicherheit in den Produktionsstätten in Bangladesch zusätzliche Brandschutz-Audits erforderlich sind.“ Diese seien bei allen im Besitz lokaler Zulieferer befindlichen Produktionsbetrieben durchzuführen und auf Elektroinstallationen, Layout des Baukörpers sowie auf Konstruktion der Gebäude zu prüfen. Die ersten Audits sollen im März 2013 abgeschlossen sein.

C&A behält sich vor, im Falle einer Fabrik, die nicht in der Lage oder willens ist, erforderliche Verbesserungen umzusetzen, seine Ware so lange dort nicht produzieren lassen, bis alle erforderlichen Maßnahmen vollständig umgesetzt wurden.

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