BVOH: Onlinehandel in Gefahr

  /  07.07.2016

Fast jeder zweite Onlinehändler beklagt sich über Umsatzverluste durch Wettbewerbsbeschränkungen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des BVOH…

In Deutschland macht rund ein Fünftel der Onlinehändler aufgrund von Wettbewerbsbeschränkungen einen jährlichen Verlust von mehr als 25%, fast die Hälfte beklagt sich über Umsatzverluste. Vor allem die Verbote, auf Onlinemarktplätzen zu verkaufen, nehmen 12% der befragten Händler den wichtigsten Vertriebskanal. Das sind die Ergebnisse einer von „Choice in E-Commerce – der Initiative für Vielfalt und Innovation im Onlinehandel“ durchgeführten Umfrage im Auftrag des Bundesverband Onlinehandel e.V. (BVOH), an derüber 7.000 Unternehmen teilnahmen. „Beschränkungen haben nicht nur negative Folgen für den Handel. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher werden erheblich durch die Vertriebsbeschränkungen geschädigt: Sie zahlen häufig deutlich mehr für Produkte, als sie es bei einem funktionierenden Wettbewerb müssten. Das darf nicht so bleiben. Der Schaden beträgt Jahr für Jahr Milliarden Euro“, sagt BVOH-Präsident Oliver Prothmann. Mehr als 10.000 Unternehmen mussten bereits Mitarbeiter entlassen, so eine BVOH-Schätzung. 

Fast 2.000 Hersteller und Marken, die – branchenübergreifend – den Verkauf via Internet untersagen oder behindern, wurden in der Umfrage von den Händlern benannt. 29% davon sprechen Marktplatzverbote aus. Auf dem ersten Platz findet sich Nike, gefolgt von Adidas. Aus dem Segment Mode und Accessoires sind zudem Fossil auf dem vierten, Dior auf dem achten, Ralph Lauren auf dem dreizehnten, Chanel auf dem vierzehnten, Asics auf dem sechzehnten und Converse auf dem siebzehnten Platz vertreten.

Die Politik müsse jetzt handeln und unter anderem die Wettbewerbsbehörden so stärken, dass diese schnell, übergreifend und nachhaltig gegen illegale vertikale Beschränkungen einschreiten können und zudem auf die Institutionen der Europäischen Union einwirken, so dass auch die EU gegen vertikale Beschränkungen tätig wird.  

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