Der Umsatz des Handels mit Bekleidung hat sich 2025 insgesamt nur sehr schwach entwickelt: Der Handel über alle Vertriebsformen hat nach BTE-Berechnungen Bekleidung im Wert von 57,14 Mrd. Euro verkauft. 2024 lag der Umsatz bei 56,54 Mrd. Euro – eine nominale Erhöhung von rund 1%. Innerhalb der Branche waren die Online-Pure-Modehändler die Gewinner, während der stationäre Bekleidungsfachhandel nahezu auf gleichem Niveau des Vorjahres verharrte. Der anderweitige stationäre Bekleidungshandel (z.B. in Warenhäusern) musste weitere Umsatzverluste hinnehmen. Bei Betrachtung der operativen Geschäftsergebnisse, unter Berücksichtigung kalkulatorischer Kosten, landete nach einer aktuellen BTE-Umfrage jeder zweite stationäre Bekleidungshändler in den roten Zahlen, bei 18% lag der operative Verlust bei 5% oder schlechter.
Im Schuhhandel reduzierte sich das gesamte Marktvolumen von rund 11,66 Mrd. Euro im Vorjahr auf 11,48 Mrd. Euro in <2025, was eine Reduktion von rund 1,5% ergibt. Deutliche Verlierer waren die stationären Schuhfachgeschäfte, die nahezu 4% Umsatzverluste zu verkraften hatten. Wie im Bekleidungsfachhandel konnten auch im Schuhhandel die reinen Online-Schuhanbieter Umsatzzuwächse verzeichnen. Rund 67% der stationären Schuhhändler verzeichneten ein negatives operatives Geschäftsergebnis, bei 37% lag der operative Verlust bei 5% oder schlechter.
„Das Jahr 2025 hat unseren Branchen einen weiteren herben Rückschlag beschert. Wenn durchschnittlich deutlich mehr als die Hälfte aller Bekleidungs- und Schuhhändler operative Verluste machen, dann ist das ein wahres Horrorszenario. Die Entwicklung ist wirklich dramatisch und wir müssen aufpassen, dass noch bestehende stationäre Handels- und Versorgungsstrukturen unserer Branchen nicht vollends wegbrechen. Der Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden!“, so BTE-Präsident Mark Rauschen, geschäftsführender Gesellschafter des Osnabrücker Modehauses L&T Lengermann & Trieschmann.
Für 2026 rechnen laut BTE-Umfrage etwa 30% der Bekleidungshändler mit einem nennenswerten Umsatzplus, 34% befürchten einen Umsatzrückgang von mindestens 1%, der Rest erwartet mehr oder weniger ein Pari. Im Schuhhandel gehen 16% von einem leichten Umsatzplus von bis zu 5% aus. Etwa jeder Zweite erwartet ein Pari, ein Drittel ein deutliches Minus.
Als Hauptprobleme wird der nach wie vor schwache private Konsum genannt. Auf Unternehmensseite werden die hohen Kostenbelastungen und die Beeinträchtigungen durch die Bürokratie beklagt. Auch der nach wie vor „ebenso massive wie ungleiche“ Wettbewerb mit asiatischen Plattformen und der anhaltende Attraktivitätsverlust der Innenstädte seien Problemfelder. Vor diesem Hintergrund fordert BTE-Präsident Rauschen von der Politik zum einen schnelle und nachhaltige Maßnahmen zur Ankurbelung des privaten Konsums. „Was wir brauchen, ist ein Konsumschub, mit deutlichen Steuerentlastungen und weiteren Senkungen der Energiekosten für alle Menschen. Die Leute brauchen effektiv mehr Geld in ihren Portemonnaies, um es auch bei uns ohne große Sorgen und Überlegungen mit Freude ausgeben zu können. Wir leben in der Masse von der Mittelschicht und die muss vor allem entlastet bzw. gestärkt werden.“
Zum anderen fordert der Verband massive, nachhaltige Kosten- und Bürokratieentlastungen der Unternehmen durch die Politik. „Seit Jahren tragen wir diese Forderungen nach Entlastungen unserer Branchen wie ein Mantra vor. Bisher ist bis auf viele Versprechungen wenig umgesetzt bzw. angegangen worden. Hier muss der Knoten endlich durchschlagen werden, damit unsere Unternehmen wieder mehr investieren und sich stärker engagieren können. Gerade wir als Mode- und Schuhhandelsbranche haben oft das Gefühl, dass uns die Politik ständig Knüppel zwischen die Beine wirft, anstatt uns in unserem Handeln zu unterstützen. Das muss sich ändern!“ ergänzt BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.
Nicht hinnehmbar seien nach Ansicht des Verbandes auch die bürokratischen Vorgaben hierzulande, wenn „gleichzeitig millionenfach dubiose und oft Schadstoff-belastete Billigware unkontrolliert über asiatische Plattformen wie Shein und Temu nach Deutschland und in die EU“ ströme. Appelle richtet der BTE aber auch an die eigene Branche. Die konkreten Appelle: die stringente Optimierung von Geschäftsprozessen, die Verbesserung des Warenmanagements, mehr Investitionen in Erlebniseinkauf (z.B. Ladengestaltung, Gastronomie, Events), die Bereitstellung von ausreichender und qualifizierter Beratung, die Optimierung der Zusammenarbeit von Industrie und Handel (z.B. Ordermengen, Warenlieferzeitpunkte) sowie ein stärkeres lokales Engagement der Mode-/Schuhhändler (z.B. in Werbe-/Citymarketinggemeinschaften).
BTE: „Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden“
/ 10.02.2026Jeder zweite stationäre Bekleidungshändler musste laut BTE 2025 Verluste hinnehmen, für 2026 befürchten 34% ein Umsatzminus. Wie „der Exitus“ gestoppt werden soll…

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