Brava Fabrics: erste Verkaufsrunde scheitert

  /  28.09.2026

Brava Fabrics sucht weiter nach einem Käufer. Die erste Verkaufsrunde der insolventen Marke endete ohne Zuschlag…

Der erste Verkaufsprozess für den Geschäftsbetrieb von Brava Fabrics ist ohne Zuschlag beendet worden. Die beauftragte Insolvenzplattform Kentra bereitet eine weitere Angebotsphase vor. Deren Frist und Bedingungen sind noch nicht veröffentlicht.

Brava Fabrics befindet sich seit Juni im freiwilligen Insolvenzverfahren. Das Handelsgericht Nr. 5 in Barcelona eröffnete das Verfahren am 25. Juni 2026 unter dem Aktenzeichen 700/2026. Ende Juli begann die Liquidationsphase. Mit dem Verkauf des Geschäftsbetriebs sollte die Marke dennoch unter einem neuen Eigentümer weitergeführt werden können.

Die 2014 von Ramón Barbero und Iván Monells gegründete Marke war vor allem mit farbigen Drucken und nachhaltig positionierter Casualwear bekannt. Zum Damen- und Herrensortiment gehörten Hemden, Blusen, Kleider, Strick, Unterwäsche, Bademode und Accessoires. Nach Angaben des Unternehmens kamen unter anderem Bio-Baumwolle, Ecovero-Viskose und Wolle aus verantwortungsvoller Herkunft zum Einsatz. Die Fertigung erfolgte in Spanien und Portugal.

Brava Fabrics vertrieb über den eigenen Onlineshop, Handelspartner und Marktplätze. Einen stationären Auftritt oder Vertrieb über konkrete Handelspartner in Deutschland lassen die verfügbaren Quellen nicht belastbar belegen. Sicher ist, dass die Marke einen deutschsprachigen Onlineshop betrieb; About You führt Brava Fabrics in seiner Markenübersicht. Eigene Läden unterhielt das Unternehmen in Barcelona, Madrid, Palma de Mallorca und San Sebastián.

Ende Juni kündigten die Gründer die geordnete Einstellung des Geschäfts an. Sie verwiesen auf eine über das vergangene Jahr deutlich verschärfte Kostenbelastung und steigende Retouren im Onlinehandel. Nach Branchenangaben sanken die Erlöse von früher über 20 Millionen Euro auf zuletzt rund fünf Millionen Euro. La Vanguardia bezifferte die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten und Lieferanten auf rund zwei Millionen Euro.

Mit der Schließung der Läden begann auch der Abbau von 35 Stellen. Während des ersten Verkaufsprozesses lief der Onlinevertrieb weiter. Ob der Geschäftsbetrieb in einer neuen Runde noch als Ganzes verkauft werden kann, ist offen.

Kentra hatte zunächst einen Investor aus der Branche gesucht. Nach den ursprünglich veröffentlichten Verkaufsbedingungen wäre bei einem endgültigen Scheitern des Gesamtverkaufs eine Einzelverwertung der Vermögenswerte vorgesehen.

Key Facts
Unternehmen: Brava Fabrics S.L.
Sitz: Barcelona
Insolvenzverfahren: freiwilliges Insolvenzverfahren, Aktenzeichen 700/2026
Gericht: Handelsgericht Nr. 5 Barcelona
Verfahrenseröffnung: 25. Juni 2026
Liquidationsphase: seit 27. Juli 2026
Erste Verkaufsrunde: ohne Zuschlag beendet
Nächster Schritt: weitere Angebotsphase durch Kentra in Vorbereitung
Stellenabbau: 35 Beschäftigte betroffen

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