Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat jetzt auf die Kritik seitens Ver.di reagiert. „Die Verdi-Funktionäre kämpfen gerade bei Karstadt nur um ihre eigene Macht als Gewerkschaft auf Kosten der Belegschaft. Das ist nicht in Ordnung“, erklärt er gegenüber der Bild. „Mit meinem Einstieg dachten viele, Karstadt sei damit gerettet. Aber das war natürlich erst der Beginn der Rettung, nicht ihre Vollendung. Jetzt geht es vielen nicht schnell genug und sie kritisieren mich.“
Bergruen habe nicht gewusst, wie krank Karstadt nach 20 Jahren Missmanagement wirklich war, er glaube fest an das Unternehmen, aber eine Sanierung sei immer ein langer Weg und man habe erst ungefähr die Hälfte hinter sich. Den Stellenabbau habe das Unternehmen aber praktisch schon abschließen können, so sozial verträglich wie angekündigt.
Den vielfach geäußerten Vorwurf, Berggruen stecke kein eigenes Geld in das kämpfende Unternehmen und kassiere für die Markenrechte jährlich bis zu 12 Mio. Euro, erklärt er deutlich für falsch. Karstadt gehöre zu seiner internationalen Firmengruppe, die von einer Holding gesteuert werde, die jährlich einen Betrag bekomme; er selbst verdiene daran aber keinen Cent. Und wenn frisches Geld automatisch helfen würde, stünde er bereit; er habe aber bereits viele Unternehmen durch eine Krise begleitet und wisse, dass der Wandel im Unternehmen selbst entscheidend sei.
Zudem habe man die Gehälter 2012 im Schnitt um rund 8% angehoben und sie so wieder auf das Niveau vor der Pleite gebracht. Weitere Erhöhungen für die nächsten zwei Jahre seien hingegen aufgrund der Sanierung unmöglich. Und aus der Tarifbindung seien auch schon andere Unternehmen, wie etwa C&A, Peek & Cloppenburg und weitere ausgestiegen.
Ver.di will derweil erreichen, dass die Mitarbeiter weiterhin an Tariferhöhungen des Einzelhandels teilhaben können. Mit Streiks will die Gewerkschaft den Druck erhöhen.
Berggruen reagiert auf Gewerkschaftskritik
/ 04.06.2013Nach Kritik und Streiks hat sich jetzt Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen zu Wort gemeldet und sich unter anderem zum Austritt aus der Tarifbindung geäußert...

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