Innerhalb der Textilbranche rechnen über drei Viertel der durch das Unternehmen McKinsey anlässlich einer Studie befragten CPOs führender Bekleidungshersteller in den USA und Europa mit steigenden Beschaffungskosten innerhalb der kommenden zwölf Monate. Die Teilnehmer vertreten die Meinung, dass die Deflation der Einkaufspreise in der Textilproduktion zu Ende sei, man einen Wendepunkt erreicht und es künftig deshalb schwerer habe, die Verbraucherpreise stabil zu halten.
Wie die Studie zeigt, erwartet knapp die Hälfte der Unternehmen aus dem preisgünstigen Segment eine Steigerung der Sourcing-Kosten von etwa 2% (1,7%), unabhängig vom Produktionsland. Knapp jeder Siebte – vor allem im Bereich der so genannten „Mid-market players“ – prognostiziert sogar einen Anstieg von mehr als 4%. Zu den Hauptgründen zählen laut Studie sowohl die höheren Rohstoff- sowie Materialpreise als auch die steigenden Lohnkosten, dies beziehe sich insbesondere auf China, was nach wie vor als das wichtigste Beschaffungsland deklariert wird.
Die Unternehmen suchen bereits nach alternativen Märkten, so planen 72%, das Sourcing-Volumen in China zu verringern und – trotz der aktuell schwierigen Situation – auf andere wichtige Länder wie Bangladesch, aber auch Vietnam, Kambodscha und Myanmar zu übertragen. Darüber hinaus gewinnen Beschaffungsmärkte in geografischer Nähe ebenfalls an Bedeutung – Nordafrika und die Türkei für Europa, Mexiko und Lateinamerika für die USA.
