Erste Hochrechnungen des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) sagen dem Bekleidungs- sowie Haus- und Heimtextilienhandel ein leichtes Plus für das Jahr 2014 zu. Ein Marktvolumen von rund 60 Mrd. Euro wurde im Einzelhandel dieses Sektors hierzulande umgesetzt, etwa die Hälfte mit circa 30 Mrd. Euro verfiel dabei auf Ketten wie H&M, C&A oder Kik. „Dieses Umsatzplus resultiert jedoch in vielen Fällen aus einer Flächenexpansion, auf vergleichbarer Fläche gab es längst nicht überall ein Wachstum“, erklärt BTE-Präsident Steffen Jost.
Während die Umsätze im Fachhandel mit Heim- und Haustextilien fünf Mrd. Euro betrugen, kam der Distanzhandel nach Schätzungen des BTE auf eine Summe von elf Mrd. Euro – neun Mrd. davon konnten über den E-Commerce-Sektor generiert werden. Der Marktanteil des gesamten Distanzhandels (E-Commerce, Kataloggeschäft sowie Teleshopping) betrug 18%. Über andere Kanäle wie Warenhäuser oder Lebensmitteldiscounter wurden weitere 14 Mrd. Euro erwirtschaftet. Leichte Verluste mussten mittelständische Boutiquen und Modehäuser hinnehmen, die im Schnitt bei rund -1 bis -2% lagen.
Probleme bereiten dem mittelständischen Modehandel derzeit vor allem die Entwicklung der Kundenfrequenz und der Wettbewerb im World Wide Web. Aufgrund der Digitalisierung des Einkaufs verringern sich daraus folgende Chancen für Impuls- oder Lustkäufe. Auch der zunehmende Wettbewerbsdruck durch die eigenen Lieferanten – sei es über deren Läden oder den Onlinevertrieb – ist nach Meinung des BTE eine kritische Entwicklung. Nicht zuletzt aufgrund dieser Umstände habe sich die Zahl der Kunden bei fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer im vergangenen Jahr verringert.
Der Ausblick für 2015 hingegen ist positiv. Knapp 40% der Händler gehen von Umsatzzuwächsen aus, 37% rechnen immerhin noch mit einem Pari. Jost prognostiziert „angesichts guter konjunktureller Rahmenbedingungen“ ein kleines einstelliges Umsatzplus.
