Beawear: 3D-Bodyscan für passende Kleidung

  /  08.12.2021

Den individuellen Körper im Fokus: Das Start-up Beawear denkt Passform neu und startet mit einer Software für 3D-Bodyscans, die in jeden Webshop integriert werden kann…

Verena Ziegler und Dr. Frauke Link launchen die Fashion Tech-Solution Beawear, die künstliche Intelligenz nutzt, um mit den veralteten „Regeln“ der Fashion-Branche zu brechen und Mode vom individuellen Körper aus zu denken. Das Unternehmen will sich dem Problem annehmen, dass Marken das Größensystem oft unterschiedlich handhaben, was häufig zu Retouren führt, somit schlecht für die Umwelt ist und sich zudem negativ auf das Selbstwertgefühl der Kundinnen und Kunden auswirken kann. Das Start-up aus Konstanz hat eine Technologie entwickelt und patentiert, die diese Missstände anpacken soll. Mithilfe eines 3D-Bodyscans, der über jedes mobile Endgerät gemacht werden kann, erstellt Beawear einen „Digitalen Zwilling“. Der Bodyscan wird durch Gaming-Features in einen virtuellen Avatar verwandelt, der frei gestaltet werden kann. Das soll nicht nur mehr Spaß bringen, die Verfremdung dient auch dem Datenschutz. Der „Digital Twin“ filtert als Gatekeeper die passenden Größen der Partnershops für die Kundinnen und Kunden heraus und es werden algorithmisch Artikel empfohlen, die auf der individuellen Körperform und nicht auf der Größe basieren. Das Software Plug-and-Play-Tool kann in jeden Webshop integriert werden.

Auch Händlerinnen und Händler sowie die Umwelt sollen von der digitalen Innovation profitieren. Durch die Einbindung der Software erhalten die Marken- und Handelspartnerinnen und -partner kontinuierlich Statistiken zum Kaufverhalten und zu den realen Körperformen und Größen ihrer Kundinnen und Kunden – DSGVO-konform anonymisiert. So lernen sie die Käuferinnen und Käufer kennen und können auf Wünsche sowie tatsächliche Größen und Körperformen durch angepasste Produktion reagieren.

Verena Ziegler und Dr. Frauke Link lernten sich über das Open Innovation Lab der HTWG Konstanz kennen, ein interdisziplinäres Lernlabor für digitale Fabrikationsmethoden. Link hat sich auf die Digitalisierung der Maßschneiderei spezialisiert, Ziegler forscht an Abwicklungsverfahren von drei- auf zweidimensionale Flächen und hat mit Masterstudierenden aus dem Fach Informatik dazu ein Simulationsprogramm entwickelt. 2019 gründeten sie ihr Start-up OpenDress, um ihre Ideen und Konzepte für den Markt weiterzuentwickeln: Beawear war geboren. „Unsere Mission ist es, eine transparente Lieferkette zu schaffen, die Daten und künstliche Intelligenz nutzt, um den Kreislauf der Überproduktion zu durchbrechen und ein magisches Einkaufserlebnis zu bieten, das Verbraucher*innen mit ihren eigenen Körperdaten befähigt, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen“, sagt Ziegler. Link ergänzt: „Mode muss neu gedacht werden, nicht der Körper muss sich an standardisierte Mode anpassen, sondern umgekehrt muss ein Kleidungsstück vom individuellen Körper aus gedacht werden.“

Weitere lösungsorientierte Software-Pakete der beiden Gründerinnen sollen bald folgen. Das 3D-Körperscan-Prinzip biete auch die perfekte Basis für Passform-Empfehlungen im Second-Hand-Onlineshopping sowie individuelle Schnittmustererstellung, nach Bedarf gefertigt in Micro Factories. Hier geht es zur ersten Shop-Einbindung von Beawear bei ThokkThokk.

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