Während sich Konsumklima und Realeinkommen in Deutschland auf Wachstumskurs befinden, bewegt sich der Schuheinzelhandel laut Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) eher seitwärts. Zwar konnten die Schuhumsätze im ersten Halbjahr leicht um rund 1% zulegen, der Juli verlief mit einem Umsatzminus von circa 5% jedoch enttäuschend. Die Branche kam in den ersten sieben Monaten dieses Jahres über ein Pari nicht hinaus. Bereits 2016 konnte der Schuheinzelhandel nur ein Umsatzwachstum von 1% erzielen. Die Entwicklung war allerdings zwischen den Vertriebsformen und Betriebsgrößen teils sehr unterschiedlich: Während die Vielzahl der Fachgeschäfte im Durchschnitt circa 2% unter dem Vorjahresniveau blieben, konnten einige Großfilialisten besser performen; Deichmann beispielsweise verzeichnete ein Wachstum von fast 6%.
Die in früheren Jahren gut zweistelligen Zuwachsraten des Onlinehandels haben sich im Schuhmarkt zwischenzeitlich abgeschwächt. Über alle Internet-Vertriebslinien hinweg liegt der Online-Marktanteil bei Schuhen mittlerweile bei knapp 20%. Die Online-Verkäufe des Multichannel-Schuhhandels machen schätzungsweise ein knappes Viertel des gesamten Online-Umsatzes mit Schuhen aus. Etwa doppelt so hoch ist der Anteil der Online-Pure-Player zu beziffern, deren Umsätze auch in 2016 wieder deutlich gestiegen sind. Auf sie entfällt mittlerweile ein Umsatzanteil von gut 9% vom gesamten deutschen Schuheinzelhandelsumsatz. Auch der mittelständische Schuhfachhandel bedient sich in wachsendem Umfang dieses digitalen Vertriebsweges. 40% der Schuhfachgeschäfte werden laut einer BDSE-Umfrage in 2017 in Multichannel-Konzepte investieren. Das stationäre Geschäft leidet dagegen schon seit geraumer Zeit unter rückläufigen Besucherfrequenzen. Über 80% der Schuhgeschäfte berichteten im vergangenen Jahr über sinkende Frequenzen. Im ersten Halbjahr 2017 gingen die Zahlen erneut zurück, um 3 bis 4%.
Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen setzt der Schuhfachhandel auf eine optimierte Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Dabei geht es zum einen um eine veränderte Taktung der Warenauslieferung, denn Schuhe werden saisonunabhängiger und bedarfsnäher gekauft. Zum anderen gilt es, die Nachversorgung des Schuhhandels im Saisonverlauf zu verbessern, zum Beispiel im Rahmen einer digitalen Regalverlängerung.
BDSE: herausforderndes Jahr für Schuhhandel
/ 28.08.2017Laut BDSE stellt das aktuelle Geschäftsjahr den Schuheinzelhandel vor Herausforderungen. Im Juli wurde ein Umsatzminus von rund 5% verzeichnet…

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