Ende vergangener Woche gingen zum wiederholten Male Textilarbeiter in Bangladesch auf die Straße, um sich für ihre Rechte einzusetzen und gegen die widrigen Arbeitsbedingungen in dort ansässigen Fabriken zu demonstrieren. Erstmals dauert dieser Streik, dem geschätzt mittlerweile rund 200.000 Demonstranten beiwohnen, über mehrere Tage. Infolge dessen sollen einige Hundert Betriebe aus Angst vor gewalttätigen Ausschreitungen ihre Produktion eingestellt haben.
Die Protestbewegung fordert einen Mindestlohn von 8.000 Taka (in etwa 75 Euro) im Monat, die Höhe des aktuellen Satzes liegt bei rund 57 Euro. Nazman Akter, Präsidentin der Vereinigten Gewerkschaften der Textilarbeiter, äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, man stehe mit dem Rücken zur Wand und sehe nur diesen Ausweg, um sich endlich Gehör zu verschaffen. Schließlich seien es maßgeblich die Textilarbeiter, die die Volkswirtschaft des Landes vorantreiben.
Dabei streiken die Arbeiter nicht nur gegen die geringe Entlohnung, sondern zudem auch gegen die langen Arbeitszeiten von teilweise 14 bis 16 Stunden an sieben Tagen in der Woche sowie gegen die widrigen Arbeitsbedingungen innerhalb der Fabriken, zu denen fehlender Feuerschutz oder lebensgefährliche Baumängel gehören.
Erste Schritte zu einer Veränderung wurden bereits eingeleitet, so wolle man mit dem von rund 30 internationalen Unternehmen signierten Gebäudeschutz- und Sicherheitsabkommen diesen Umständen durch regelmäßige Kontrollen und Ausbesserungen beikommen. Ob die andauernden Proteste positive Auswirkungen auf die Gesamtsituation haben, bleibt fraglich. Erst im vergangenen Juni mussten 300 Arbeiter in Kambodscha aufgrund von Demonstrationen ihren Arbeitsplatz räumen.
