Im Rahmen des Gebäude- und Sicherheitsabkommens für Bangladesch (The Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh) wurden jetzt die ersten umfassenden Informationen über die dort ansässigen Fertigungsbetriebe veröffentlicht. Die Liste, der so genannte Accord, enthält die Daten von rund 1.600 Bekleidungsfabriken, darüber hinaus gibt sie Aufschluss über Firmennamen und -adressen, die Anzahl der Arbeiter – die sich insgesamt auf knapp 2 Millionen beläuft – aber auch Informationen über die Auftraggeber und den Zustand der Gebäude.
„Das ist nicht einfach nur eine Namensliste, darin sind auch äußerst wichtige Informationen über die baulichen Zustände der Fabriken enthalten“, so Sean Ansett, Interims-CEO der Sicherheitsinitiative. Die Zahl der gelisteten Produktionsstätten könnte weiterhin wachsen, heißt es auf der mit heutigem Datum aktualisierten Homepage des Accords, da die genaue Zahl der Textilproduzenten in Bangladesch nicht bekannt ist.
Das Abkommen wurde nach dem Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes Ende April dieses Jahres auf Geheiß verschiedener Organisationen wie dem Industriegewerkschaftsverband IndustriAll in die Wege geleitet. Inzwischen sind ihm über 90 Handelsunternehmen und Marken der Bekleidungsindustrie, darunter Benetton, C&A, Esprit, Inditex, H&M und S.Oliver, aus 19 verschiedenen Nationen beigetreten. Mit der Unterzeichnung des Accords verpflichten sich diese, in den kommenden Monaten sämtliche Produktionsstätten aufzulisten, Inspektionen durchführen sowie gegebenenfalls Mängel durch Reparaturarbeiten beheben zu lassen.
