Bangladesch: EU will handeln

  /  02.05.2013

Die EU will die Sicherheitsvorkehrungen in Bangladeschs Textilfabriken verbessern und forderte das Land auf, umgehend die Einhaltung internationaler Richtlinien sicherzustellen. Ansonsten könnte es Konsequenzen bezüglich der Handelsvergünstigungen geben.

Foto: Bangladesh Federation of Workers Solidarity (BFWS)

Nach dem Einsturz des illegal errichteten achtstöckigen Gebäudes in Dhaka, Bangladesch, am 24. April dieses Jahres, bei dem laut Medienberichten bis dato bereits 400 Menschen ums Leben gekommen sind, will die Europäische Union die Arbeitsbedingungen dort nun verbessern.

Als Bangladeschs größter Handelspartner zeige sich die EU sehr besorgt über die Gesund- und Sicherheitszustände in den Fabriken. In einer Erklärung der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und des EU-Handelskommissars Karel de Gucht werden die Behörden in Bangladesch aufgefordert, für die sofortige Einhaltung internationaler Standards, inklusive die der Internationalen Arbeitsorganisation, in den Fabriken zu sorgen. Bei der Umsetzung biete die EU ihre Hilfe an. Auch die europäischen und internationalen Textilunternehmen wurden dazu aufgerufen, für bessere Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken zu sorgen.

Die EU zieht aktuell in Betracht, die Handelsvergünstigungen für Bangladesch zurückzunehmen. Durch das Allgemeine Präferenzsystem erhält das Land aktuell zoll- und quotenfreien Zugang im Rahmen der „Everything But Arms“-Initiative, die Entwicklungsländern eben diesen mit Ausnahme von Waffen zusagt.

Auch die in der Schweiz ansässige Gewerkschaft IndustriAll setzt sich für bessere Sicherheitsvorkehrungen in Bangladesch ein und fordert von den westlichen Einzelhändlern bis zum 15. Mai 2013 einen Sicherheitsplan, ebenso wie die Kampagne für Saubere Kleidung, die Unternehmen nochmals dazu aufruft, umgehend das Bangladeschische Abkommen zum Brandschutz und zur Gebäudesicherheit zu unterzeichnen und umzusetzen. Mit dem Abkommen hat man gemeinsam mit lokalen sowie internationalen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen ein Aktionsprogramm entwickelt, das unter anderem unabhängige Gebäudeinspektionen, Trainings zu Arbeitsrechten, öffentliche Auskunftspflicht und eine Überarbeitung der Sicherheitsstandards vorsieht.

Unter anderem hatte Primark in dem Gebäude produzieren lassen. Der Textildiscounter arbeite seit einigen Jahren mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen sowie anderen Handelshäusern zusammen, um den Status quo der Textilfertigung in Bangladesch im Hinblick auf bestehende Standards für die Branche zu überprüfen. Man werde darauf hinarbeiten, diesen Ansatz nun auch auf den Zustand von Gebäuden auszuweiten. Das Unternehmen stehe zu seiner Verantwortung bei dieser Katastrophe, kooperiere mit einer örtlichen NGO, um den dringendsten Bedarf der Opfer sofort decken zu können und werde den Betroffenen, die für den Zulieferer von Primark gearbeitet haben, zudem Schmerzensgeld zukommen lassen. Auch von Kik sollen Textilien in den Trümmern gefunden worden sein; das Unternehmen prüfe nun, wie die Produkte dort hingelangen konnten.

In Dhaka fanden am 1. Mai 2013 erneut Demonstrationen von Textilarbeitern für bessere Arbeitsbedingungen statt.

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