In einem Vorort von Dhaka in Bangladesch ist am Mittwoch, den 24. April 2013, in achtstöckiges Hochhaus eingestürzt, in dem unter anderem ein Markt, eine Bank sowie mehrere Textilwerkstätten untergebracht gewesen sein sollen. In dem Gebäude, in dem mehr als 2.006 Menschen arbeiten, wovon aktuell 152 ums Leben kamen und mehrere Hundert verletzt wurden, soll die Produktion für Modeketten wie Primark und den amerikanischen Einzelhändler Dress Barn stattgefunden haben. Auch Spekulationen um die Involvierung internationaler Unternehmen wie C&A und Kik wurden erneut laut.
Nach Informationen, die der Nachrichtenagentur AFP (Agence France-Presse) vorliegen, sei die Fabrik illegal errichtet worden und habe schon am Vortag des Unglücks Risse in den Wänden gezeigt. Die Firmenleiter hätten dennoch verfügt, dass die Angestellten ihren Arbeitsplatz wieder aufsuchen sollen. Gegen den Besitzer des Gebäudes soll nun ein Verfahren eingeleitet worden sein.
Brandschutzverordnungen, widrige Arbeitsumstände und Billiglöhne sind die zentralen Themen, mit denen sich Organisationen wie die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC = Clean Clothes Campaign), IndustriAll Global Union oder das Worker’s Rights Consortium seit geraumer Zeit beschäftigen. Mehrfache Aufrufe an in Billiglohnländern produzierende Unternehmen wie C&A, Kik, Primark oder Zara, die Bedingungen durch eine Zusammenarbeit zu verbessern, stießen bis dato selten auf offene Ohren, was auch der jüngste Vorfall zeigt.
Update: Fünf Tage nach dem Unglück soll sich die Zahl der Opfer bereits auf rund 380 Tote und mehr als 1.300 Verletzte belaufen. Der Besitzer des Gebäudes ist mittlerweile in Haft.
