Im Zuge der Debatte um eine kurz- sowie langfristige Verbesserung der Arbeitsbedingungen nach den Fabrikeinstürzen in Bangladesch gibt es laut Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) erste Fortschritte. „Die breit angelegte Diskussion nach den Unglücksfällen im Frühjahr war enorm wertvoll und hat bereits einige wichtige Impulse gesetzt“, so Jan Eggert, Hauptgeschäftsführer der AVE. „Deshalb möchten wir diese Debatte weiterführen. Der Handel hat ein enormes Interesse daran, die Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in seinen Lieferländern zu verbessern und ist bereit, sich seiner Mitverantwortung im Rahmen seiner Möglichkeiten zu stellen.“
Eine Reihe von positiven Veränderungen seien in den letzten Monaten bereits erwirkt worden, ein Umdenken bei Regierung und Unternehmen habe in Teilen stattgefunden. Dabei ginge es nicht nur um das Thema Brandschutz und Arbeitssicherheit, betont Eggert, die Arbeitsbedingungen generell müssen sich ändern. Einige Fabriken seien aufgrund von Verstößen gegen diverse Vorschriften geschlossen worden, zeitgleich plane die Regierung den Einsatz von rund 800 so genannten Fabrik-Inspektoren sowie eine langfristige Reform der Arbeitsgesetze.
Konsequenzen zieht auch der deutsche und europäische Handel, so will die Initiative Business Social Compliance Initiative (BSCI) ab 2014 Schulungen einführen, die sich mit der Thematik Brandschutz und Gebäudesicherheit befassen. Der AVE warnt jedoch vor überfrühter Euphorie, eine realistische Einschätzung der Ergebnisse geplanter Maßnahmen sei wichtig. Aufgrund der vielschichtigen Situation in derlei Ländern dürfe man bei der Beurteilung der Lage nicht Maßstäbe westlicher Zivilgesellschaften an den Tag legen. So sei der Bewusstseinswandel die Basis für langfristig angelegte Veränderungen, die nicht „von heute auf morgen“ durchsetzbar sind.
