Für die Klingel Gruppe als Ganzes konnte trotz ausgearbeiteter Sanierungskonzepte kein Investor gefunden werden; die Unternehmensgruppe wird den Geschäftsbetrieb noch bis Ende Januar 2024 wie gewohnt fortführen, bevor er eingestellt wird. Das hat der Gläubigerausschuss mit Zustimmung des Sachwalters beschlossen. Trotz erheblicher Kostenreduktionen erziele die Gruppe weiterhin Verluste. Da die in 2023 eingeleiteten Maßnahmen überwiegend erst in 2024 wirken würden, sei im aktuellen Geschäftsjahr kein Break-even zu erreichen. Von der rückläufigen Branchenentwicklung sei man mit einem zweistelligen Umsatzrückgang überproportional betroffen. Zudem habe die Umstellung der IT-Systeme die Umsatz- sowie Ergebnisentwicklung zusätzlich belastet.
Es gebe „einige Interessenten“, die einzelne Marken und Onlineshops der Klingel Gruppe weiterführen und ab Anfang 2024 unter eigener Regie weiterbetreiben wollen. Es laufen laut Unternehmen derzeit Gespräche mit strategischen Investoren über den Erwerb der Markenrechte, Onlineshops, Kundenlisten und aller sonstigen Vermögenswerte. Einen Betriebsübergang werde es dabei nicht geben. Die Geschäftsführung sagt: „Wir haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Maßnahmen ergriffen und alle Sanierungsoptionen für die Klingel Gruppe geprüft. Für den Erhalt der Gruppe als Ganzes hätten wir einen finanzstarken Investor gebraucht, aber leider gibt es keine Investorenlösung, sodass die Einstellung des Betriebs beschlossen wurde. Diese Entscheidung ist uns allen nicht leichtgefallen, aber es gibt leider keine Alternative. In den kommenden Monaten werden wir im Interesse der Gläubiger, der Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Eigenverwaltungsverfahren bestmöglich fortführen.“ CRO Marcus Katholing und CFO Cord Henrik Schmidt werden die Klingel Gruppe in den kommenden Monaten leiten, CEO Dr. Sven Axel Groos und CDO Sven Christian Andrä verlassen das Unternehmen.
Das vom Amtsgericht Karlsruhe am 1. August 2023 eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung läuft weiter und der Geschäftsbetrieb wird fortgesetzt. Dabei wird das Unternehmen weiterhin von der Restrukturierungsgesellschaft Pluta unterstützt. Als Sachwalter ist Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger tätig. Die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die kommenden Monate gesichert, Geschäftspartner sollen weiter ihre Zahlungen erhalten.
Hauptgesellschaft der Klingel Gruppe ist die K - Mail Order GmbH & Co. KG. Die Geschäftsaktivität der Schneider GmbH & Co. KG ist von der Einstellung des Geschäftsbetriebs nicht betroffen. Die Gesellschaft der Gruppe befindet sich ebenfalls in einem Eigenverwaltungsverfahren. Aktuell laufen Gespräche mit Investoren, die den Erhalt des Unternehmens ermöglichen können.
Zur Unternehmensgruppe zählen die Marken Klingel, Wenz und Mona für Damenmode, die Männerbekleidungsmarke Babista, der Schmuckanbieter Diemer, die Plus-Size-Modeanbieter Happysize, Miamoda und Meyermode sowie der Schuh-Versender Vamos und die Gesundheitsmarke Wellsana. Die Umsatzerlöse der Gruppe lagen im noch mit positivem Ergebnis abgeschlossenen Jahr 2021 bei knapp 1 Mrd. Euro. Bei der K - Mail Order GmbH & Co. KG arbeiteten zu Verfahrensbeginn rund 1.600 Angestellte, mittlerweile sind es noch rund 1.300. Die restlichen Mitarbeitenden haben beziehungsweise werden das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Die weiteren Gesellschaften der Firmengruppe im In- und Ausland beschäftigen insgesamt mehr als 250 Angestellte und befinden sich derzeit nicht in einem Insolvenzverfahren. Hierzu laufen noch Gespräche über das weitere Vorgehen.
Aus für Klingel
/ 28.08.2023Der Geschäftsbetrieb des Versandhändlers Klingel wird nur noch bis Ende Januar 2024 fortgeführt. Für die Gruppe im Ganzen konnte kein Investor gefunden werden…

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