Auf Bangladesch folgt Myanmar?

  /  21.04.2015

Eine Fabrikeröffnung pro Woche soll es nach aktuellem Stand 2014 in Myanmar gegeben haben. 300 Textilproduktionsstätten existieren, Tendenz steigend…

Unterschiedliche Firmen internationaler Herkunft unterhalten derzeit Produktionsstätten in rund 4.000 Fabriken in Bangladesch. Im Nachbarland Myanmar sind es nach aktuellen Hochrechungen in etwa 300, in denen 200.000 Mitarbeiter als Teil der dortigen Textilindustrie fungieren. „Bei uns hat 2014 jede Woche eine neue Fabrik aufgemacht“, so die Generalsekretärin des Textilverbandes MGMA, Khine Khine Nwe, gegenüber der Deutschen Presseagentur. In zehn Jahren wolle man das Leistungsspektrum sukzessive erweitern, die Anzahl der Fabriken auf 3.000 ausbauen, im Zuge dessen etwa eine Million Arbeitsplätze schaffen und mit Exporten in Höhe von einer Mrd. US-Dollar zu einer festen Größe innerhalb der Textilindustrie avancieren. 

Myanmar könnte künftig auch für deutsche Textilhersteller interessant werden. „Die sind hier eindeutig in den Startlöchern“, glaubt Thomas Ballweg vom Modeverband GermanFashion. „Ich sehe richtig Potenzial – andere haben auch klein angefangen.“ Die Fabriken seien auf den ersten Blick sicher gebaut und erfüllten darüber hinaus andere Kriterien wie Sauberkeit. Experten schätzen die Produktivität des Landes jedoch lediglich auf die Hälfte der Werte in China, wo eine ausgeprägte Produktivität allerdings auch die hohen Lohnkosten erkläre. Diese seien – laut Consultingfirma Verisk Maplecroft – nirgendwo so gering wie in Myanmar.

Für europäische Unternehmen bietet das Land angeblich auch deshalb einen Mehrwert, weil man hier ein Mitbestimmungsrecht an Sozialstandards erhalte. Gefördert werden außerdem Partnerschaften von Smart Myanmar, einem EU-Projekt, das den Aufbau einer nachhaltigen Textilindustrie anvisiert und sich auf Ziele wie soziale/sichere Arbeitsplätze, Energieeffizienz sowie Wasserverbrauchsreduktion fokussiert. Zudem spielen Themen wie Mindestlohn und Überstunden, aber auch die Möglichkeit der Gewerkschaftsbildung eine zentrale Rolle.

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