Anti-Pelz-Offensive

  /  07.11.2014

Der Druck auf Modehäuser, die an der Verwendung von Echtpelz festhalten, steigt. Burberry und Harvey Nichols stehen in der Kritik. Letzteres Unternehmen klagt nun…

40.000 Euro war den Mitgliedern der Tierschutzorganisation Vier Pfoten das Leben der auf einer finnischen Pelzfarm festgehaltenen Füchse, darunter Welpe und Kampagnengesicht Kimi, wert, deren Fell für das Modehaus Burberry zeitnah zu Pelzkragen verarbeitet werden soll. Die Pelzgegner – darunter auch deutsche prominente Gesichter wie Revolverheld, die Donots, Thomas D. oder Jupiter Jones – hatten Spenden in genannter Höhe sowie rund 278.000 Proteststimmen gesammelt und über Facebook mehr als 60.000 Anhänger generiert, außerdem wurde über den Social Media-Kanal öffentlich Druck auf das Unternehmen ausgeübt.

Das Management jedoch sei zu keinem Handel bereit gewesen, da die „Erntezeit“ bereits angebrochen war. Man wolle auch weiterhin an Echtpelz festhalten, da das Unternehmen ausschließlich Felle von Farmen beziehe, die „hohe Tierschutzstandards erfüllen“. Wie diese in der Realität aussehen, soll ein Video zeigen, zu welchem man über die Website von Vier Pfoten gelangt. Kampagnenleiter Thomas Pietsch: „Die lustlose Annahme der Proteststimmen zeigte erneut die Gleichgültigkeit von Burberry gegenüber der Tierquälerei auf Pelzfarmen. Dahinter steckt weder echte Dialogbereitschaft noch der Wille, die eigenen Leitlinien für den Tierschutz umzusetzen.“

Zudem steht das Modehaus Harvey Nichols in der Kritik weiterer Tierschützer. In einer provozierenden Kampagne griff die Anti-Pelz-Organisation mit dem Namen Heartless Harvey Nichols (HHN) das Unternehmen sowohl verbal als auch in Form von Protesten in drei verschiedenen Niederlassungen an und lancierte darüber hinaus eine Online-Petition. Ausschlaggebender Grund war die Herbst/Winter-Kollektion 2014/15, für deren Kleidungsstücke echtes Fuchs-, Hasen- sowie Waschbärfell verwendet wurde, obwohl Pelz vor bereits fast einem Jahrzehnt aus sämtlichen britischen Modegeschäften verbannt wurde.

Harvey Nichols suchte daraufhin Hilfe beim Obersten Gerichtshof und reichte Klage gegen die Pelzgegner ein. Im Falle einer Rechtssprechung im Sinne des Modehauses dürften sich die Mitglieder der Organisation keinem der Geschäfte in England oder Wales mehr auf weniger als 50m nähern. Zudem könne man jeden Beteiligten am Betreten einer Filiale hindern, der den Verkauf und die Verwendung von Echtpelz ablehnt. Dies schließe laut eines Sprechers von HHN jedoch 95% der Bevölkerung ein. Man sei bereits im vergangenen Jahr an Harvey Nichols herangetreten, nachdem das Unternehmen nach zehnjähriger Abstinenz 2013 mit der Wiederaufnahme von Echtpelz in die Kollektion startete, welcher „human und ethisch in Übereinstimmung mit dem Programm des Internationalen Pelzverbands und internationalen Bestimmungen“ beschafft worden sei.

Auch Anhänger der Tierschutzorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) haben sich gegen den Einsatz von Tierfellen bei Harvey Nichols stark gemacht und sollen mehrere Tausend Nachrichten an die verantwortliche Designerin Paula Reed geschickt haben. Nur wenige Tage, nachdem ein Treffen zwischen dem Geschäftsführer der Harvey Nichols Group und den PETA-Aktivisten stattgefunden hatte, wurde der Rücktritt Reeds bekannt gegeben. 

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