Amazon wird erneut bestreikt

  /  25.11.2013

Seit den Morgenstunden des 25. November 2013 wird an den Amazon-Standorten Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt. Ist das Weihnachtsgeschäft gefährdet?

Wieder einmal ruft Ver.di die Amazon-Beschäftigten an den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld zum Streik gegen den Onlineversender auf. Ziel sei das Durchsetzen einer tariflichen Bindung auf dem Niveau des hessischen Einzel- und Versandhandels. Da das Weihnachtsgeschäft, das insbesondere für den E-Commerce die umsatzstärkste Zeit des Jahres ist, nun immer näher rückt, sei der Druck auf Amazon derzeit größer als noch vor einem Monat, als an diversen Standorten bereits gestreikt wurde.

„Ob es im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft zu weiteren Streiks kommt, liegt ganz in der Hand von Amazon. In der Sekunde, in der Amazon in Verhandlungen einwilligt, sitzen wir am Tisch und stehen nicht mehr vor der Tür“, so Ver.di-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middecke. Zwar soll es in diesem Jahr erstmalig eine Sonderzahlung von 400 Euro für die Versandmitarbeiter und 600 Euro für die Vorarbeiter (Leads) geben – die noch im laufenden Monat ausgezahlt werden soll – doch diese Leistung auf freiwilliger Basis sei nach Meinung der Gewerkschaft noch weit vom Tarifanspruch entfernt.

Insbesondere während des Weihnachtsgeschäfts werde den Beschäftigten viel abverlangt, einschließlich Überstunden und Wochenendarbeit, so Middeke. „Da fällt es umso mehr auf, wenn das Verhältnis zwischen Arbeitsleistung und Bezahlung nicht stimmt. Der hessische Ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig glaubt, dass nur durch Streiks wirtschaftlicher Druck auf das Unternehmen ausgeübt werden könne. Man wolle die Kunden nicht verärgern, aber solange Amazon nicht in die Tarifbindung einwilligt, kehre seitens Ver.dis keine Ruhe ein. Der Onlineversender gibt sich bis dato noch gelassen. Laut Unternehmen werde man sein „gesamtes europäisches Logistiknetzwerk nutzen“, um die Kunden trotz der zu erwartenden Proteste schnell zu beliefern.

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