Amazon plant, bis zum Jahr 2015 drei neue Logistikzentren in Polen zu errichten, zwei davon sollen in Breslau und eines in Posen lokalisiert sein. Mit den neuen Standorten will der Online-Versender das Wachstum in Europa vorantreiben, eines der bestehenden Logistikzentren innerhalb der EU zu schließen stehe entgegen vieler Spekulationen jedoch nicht zur Diskussion, heißt es seitens des Unternehmens auf Anfrage. Man prüfe ständig Möglichkeit zum Aufbau zusätzlicher Kapazitäten, so investiere man derzeit in den in Kürze eröffnenden Standort Brieselang bei Berlin. Dort sollen über die nächsten drei Jahre 1.000 permanente und bis zu 2.000 saisonale Stellen geschaffen werden.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di sieht in der Erschließung ausländischer Logistikzentren eine Einschüchterungstaktik gegenüber den deutschen Arbeitnehmern und droht mit weiteren Streiks. „Die Expansion in einem Wachstumsmarkt als mögliche Verlagerungen erscheinen zu lassen gehört zu den Klassikern der Angstmache, um Beschäftigte einzuschüchtern, damit sie ihre berechtigten Ansprüche nicht geltend machen“, glaubt Stefanie Nutzenberger, für den Handel zuständiges Bundesvorstandsmitglied von Ver.di. „Aber gerade deshalb gilt: Nur Tarifverträge bieten den Beschäftigten, nicht nur bei Amazon, den nötigen Schutz ihrer Arbeits- und Entlohnungsbedingungen. Dafür wird sich Ver.di mit den Beschäftigten aller deutschen Amazon-Standorte weiter einsetzen.“
