Ali Enterprises produzierte für Kik

  /  22.10.2012

Die vor einigen Wochen abgebrannte pakistanische Textilfabrik, in der 259 Menschen starben, soll hauptsächlich für Kik produziert haben. Das Management soll von diversen Mängeln gewusst haben, Ali Enterprises sei aber im Prinzip ein „zuverlässiger Lieferant“ gewesen.

Die pakistanische Textilfabrik Ali Enterprises, in der vor rund sechs Wochen 259 Menschen bei einem Brand aufgrund verstellter oder verschlossener Notausgänge ihr Leben ließen, soll in erster Linie für Kik produziert haben. Dies gab Michael Arretz, der bei dem Textil-Discounter für Nachhaltigkeit verantwortliche Geschäftsführer, gegenüber dem Spiegel zu.

Ende letzten Jahres seien 75% der Produktion durch Kik belegt gewesen. Das Management des Discounters soll bereits seit Jahren von Mängeln wie offenen Kabeln, ungesicherten elektronischen Anlagen, unbeleuchteten Notausgängen sowie überschrittenen oder nicht dokumentierten Arbeitszeiten gewusst haben. Außerdem soll die Jeans-Wäscherei gesundheitsschädliches Abwasser illegal und ungeklärt in die öffentliche Kanalisation geleitet haben. Für Arretz seien dies laut Spiegel jedoch „keine gravierenden Mängel“ gewesen und Ali Enterprises soll prinzipiell ein „zuverlässiger Lieferant“ gewesen sein.

Dennoch will Kik nun 500.000 Dollar für die Familien der Opfer zur Verfügung stellen. Zudem heißt es seitens des Unternehmens auf Anfrage: „Noch immer sind die Gründe für den Ausbruch des Brandes [...] ungeklärt. Alle Anstrengungen seitens Kik konzentrierten sich seit dem Unglück darauf, die Opfer und Familienangehörigen in Karachi mittels eines Soforthilfe-Fonds zu unterstützen. Um eine breite Allianz von pakistanischen Partnern für den Aufbau des Hilfsfonds zu gewinnen, war ein Vertreter der Geschäftsführung von KiK in Pakistan und hat vor Ort Gespräche mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen geführt. Aktuell stimmen sich diese nunmehr auf nationaler Ebene ab, um eine Verfahrensweise für die Verteilung der Gelder, aber auch für das langfristig angelegte Programm zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen festzulegen.“

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