Adler: Insolvenzverfahren eröffnet

  /  05.07.2021

Die Adler Modemärkte AG hat das Investoren-Angebot von Zeitfracht angenommen, den Insolvenzplan eingereicht und plant nun den Abschluss des Verfahrens bis…

Mit der erfolgten Einreichung des Insolvenzplans beim Amtsgericht Aschaffenburg hat die entscheidende Phase bei der Neuaufstellung der Adler Modemärkte AG begonnen. Der Insolvenzplan definiert alle finanziellen Maßnahmen zur Restrukturierung des Unternehmens auf Basis des von dem Investor Zeitfracht Logistik Holding GmbH, Berlin, vorgelegten Konzepts. Zuvor hatte die Gesellschaft das Angebot von Zeitfracht zum Abschluss einer Investorenvereinbarung angenommen, nachdem sich bereits der Gläubigerausschuss dafür ausgesprochen hatte. Der Vollzug der Investorenvereinbarung mit der Zeitfracht Logistik Holding GmbH steht derzeit noch unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen.

Das Amtsgericht Aschaffenburg hat am 1. Juli 2021 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Adler Modemärkte AG eröffnet, die am 11. Januar 2021 einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Der Insolvenzplan sieht die Entschuldung der Gesellschaft und die Fortführung des operativen Geschäfts mit mehr als 100 deutschen und 29 ausländischen Filialen (Österreich: 24, Luxemburg: 3, Schweiz: 2) vor. Durch die geplante Neuaufstellung sollen voraussichtlich mindestens 2.600 der insgesamt 3.100 Arbeitsplätze der Gruppe erhalten werden können.

Darüber hinaus umfasst der Insolvenzplan einen Kapitalschnitt in Form einer Herabsetzung des Grundkapitals der Adler Modemärkte AG auf Null sowie eine anschließende Zuführung neuen Eigenkapitals im Zuge einer Kapitalerhöhung durch den Investor Zeitfracht, der damit alleiniger Aktionär von Adler wird. Wie bereits bekannt, werden die bestehenden Aktien somit aller Voraussicht nach vollständig wertlos. Mit dem Wirksamwerden der Kapitalherabsetzung auf Null wird zugleich ein Delisting der Aktien der Gesellschaft erfolgen.

Die anstehende Neuausrichtung von Adler wird vom bestehenden Vorstand der Adler Modemärkte AG unter Führung des CEOs Thomas Freude umgesetzt. Der Insolvenzplan soll Ende Juli 2021 der Gläubigerversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden. Idealerweise kann das Unternehmen das Insolvenzverfahren dann bereits Ende August 2021 beenden. Aus heutiger Sicht sei die Zahlung einer erkennbaren Quote auf die Forderungen der Insolvenzgläubiger möglich. „Ich bin erleichtert, dass Adler dank der Investorenvereinbarung mit Zeitfracht eine gute Zukunftsperspektive erhält. Der nun eingeschlagene Weg umfasst eine zukunftsfähige Neuaufstellung des Unternehmens“, kommentiert Thomas Freude, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Rechtsanwalt Dr. Christian Gerloff, Generalbevollmächtigter, ergänzt: „Die geplante Zukunftslösung war nur durch das gute Zusammenspiel von Management, Sachverwaltung, Gläubigern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglich. Dank gebührt zudem dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds, der mit seinem Überbrückungsdarlehen im Mai entscheidend dazu beigetragen hat, die letzten sehr schwierigen Wochen des Lockdowns zu überbrücken.“

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