Adidas unter Beschuss

  /  23.04.2013

Unterlassene Zahlungen an Arbeiter einer Bekleidungsfabrik sind der Grund für die Forderung an Foot Locker, die Zusammenarbeit mit Adidas zu beenden. Zudem fiel der Name der Marke in der Steueraffäre Hoeneß.

Drei Aktivisten-Gruppen sollen vor Filialen von Foot Locker in Großbritannien, anderen europäischen Ländern und den USA protestieren wollen, um die Kette zu nötigen, die Geschäftsbeziehungen mit Adidas zu beenden. Die Vereinigungen kritisieren die Marke für unterlassene Zahlungen, die an ehemalige Arbeiter der Bekleidungsfabrik PT Kizone in Indonesien gezahlt werden sollen, in der unter widrigen Umständen Bekleidung unter anderem für Adidas hergestellt wurde. Die konkrete Forderung liegt bei 3,2 Mio. Dollar. Im jüngsten Statement zu dieser Thematik weist der Sportartikelhersteller laut Medienberichten darauf hin, dass es bereits eine Zahlung in Höhe von 525.000 Dollar zur Unterstützung der betroffenen Arbeiter getätigt habe und damit mehr als jede der anderen involvierten Marken.

Der Streit um die nicht beglichenen Zahlungen ist jedoch nicht die einzige negative Meldung, die Adidas derzeit hinnehmen muss. In der Steueraffäre um Uli Hoeneß tauchten nun Unterlagen auf, die den ehemaligen Chef der Adidas-Gruppe, Robert Louis-Dreyfus, und im Zuge dessen auch das Label selbst mit der Affäre in Verbindung bringen. Laut der Süddeutschen Zeitung habe Louis-Dreyfus im Jahr 2000 fünf Mio. Mark für Börsenspekulationen direkt auf das Vontobel-Konto von Hoeneß überwiesen, das im Zentrum der Selbstanzeige steht, für weitere Millionen bürgte er. Die Geschäfte zwischen Hoeneß und dem 2009 verstorbenen Louis-Dreyfus fallen genau in die Zeit, in der der FC Bayern München mit Adidas über einen Einstieg in die künftige FC Bayern AG verhandelte. Konkrete Beweise für den Zusammenhang zwischen den privaten Geschäften Hoeneß’ mit dem damaligen Adidas-Chef soll es derzeit nicht geben, auf die Frage nach derlei Verknüpfung erklärte Michael Nesselhauf, Anwalt des Bayern-Präsidenten, dass er Herrn Hoeneß empfohlen hatte, dazu zunächst keine Angaben zu machen.

Update: Adidas soll den ehemaligen Arbeitern der Bekleidungsfabrik PT Kizone nun doch weitere finanzielle Hilfe in nicht genannter Höhe gewähren.

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