Adidas: Kritik, Misstrauen, Entlastung

  /  09.05.2014

Im Vorfeld der Adidas-Hauptversammlung übte man an Vorstandschef Herbert Hainer harte Kritik. Dieser räumte Fehler ein, wurde aber mit rund 96% der Stimmen entlastet…

Die jüngste Entwicklung der Marke Adidas, die laut aktueller Zahlen deutlich hinter Rivale Nike zurückbleibt, sowie die als unrealistisch betitelten Zielsetzungen von Vorstandschef Herbert Hainer sorgten im Vorfeld der Jahreshauptversammlung für Unmut unter den Aktionären. Als illusorisch sehen diese das Erreichen der operativen Marge von 11% bis 2015, die Aktie habe seit Januar rund ein Fünftel an Wert verloren und trotz des Rekordgewinns von 787 Mio. Euro im vergangenen Jahr bleibe man international stark hinter Konkurrent Nike zurück. Aus diesen Gründen hatte Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment vorab darauf plädiert, im Zuge der Versammlung gegen die Entlastung von Vorstand sowie Aufsichtsrat zu stimmen. Die Hainer wohl gesonnenen Aktionäre sorgten mit rund 96% aller Stimmen jedoch dafür, dass dem Misstrauensvotum nicht stattgegeben wurde.

Kritik gab es zwar auch seitens der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, im Vergleich zu Fondsmanager Speich sei man jedoch mit den Geschäftszahlen des vergangenen Jahres zufrieden, wenn auch die des Auftaktquartals 2014 enttäuschten. Der Adidas-Vorstandschef selbst bereitete die Anteilseigner darauf vor, dass er die bis zum kommenden Jahr angestrebten Ziele des Route-2015-Konzeptes verfehlen und das Erreichen „etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen“ könne, als man ursprünglich gedacht habe. Hainer räumte zudem ein, dass man auf Markttrends „nicht immer schnell genug reagiert“ habe, in Amerika und Europa sei man unter Druck geraten. Er sei sich jedoch sicher, dass sich der Konzern insbesondere im Hinblick auf die nahende Fußballweltmeisterschaft in Brasilien „deutlich positiver“ entwickeln werde.

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