Der Streit um das Zalando-Logistikzentrum in Erfurt geht vor Gericht. Insgesamt 109 Beschäftigte haben Kündigungsschutzklagen beim Arbeitsgericht Erfurt eingereicht. Die ersten beiden Güteverhandlungen am 28. August blieben ohne Einigung. Zalando hält an den Kündigungen und der geplanten Schließung fest.
Für die beiden zuerst verhandelten Fälle ist bereits ein Kammertermin für den 19. März 2027 angesetzt. Bis November sollen weitere Güteverhandlungen folgen. Die 109 Verfahren verteilen sich auf alle sechs Kammern des Arbeitsgerichts.
Damit erreicht der Konflikt um den Standort die nächste Stufe. Anfang Juli war nach monatelangen Verhandlungen per Einigungsstelle ein Sozialplan für die zuletzt rund 2.100 Beschäftigten beschlossen worden. Zalando hatte für die Schließung 80 Mio. Euro zurückgestellt. Eine Transfergesellschaft, die beim Wechsel in neue Jobs unterstützen sollte, wird es nicht geben.
Operativ ist das Ende bereits deutlich näher gerückt. Aus dem Erfurter Zentrum werden nach Angaben des Betriebsrats keine Pakete mehr an Kunden verschickt. Aktuell wird Ware in andere Logistikstandorte verlagert. Ende September soll das Zentrum endgültig schließen.
Zalando begründet das Aus mit der Neuordnung seines europäischen Logistiknetzes nach der Übernahme von About You. Parallel entsteht in Gießen ein neuer Logistikstandort. Für Erfurt bleibt trotz Sozialplan damit offen, wie viele der Kündigungsschutzklagen noch über die Güteverfahren hinausgehen werden.
Key Facts
Unternehmen: Zalando
Standort: Logistikzentrum Erfurt
Kündigungsschutzklagen: 109
Erste Güteverhandlungen: 28. August 2026
Ergebnis: keine Einigung
Erster Kammertermin: 19. März 2027
Weitere Güteverhandlungen: bis November vorgesehen
Schließung: Ende September 2026
Betroffene zuletzt: rund 2.100 Beschäftigte
Sozialplan: per Einigungsstelle beschlossen
Rückstellungen für die Schließung: 80 Mio. Euro
Transfergesellschaft: nicht vorgesehen
Hintergrund: Neuordnung des Zalando-Logistiknetzes nach About-You-Übernahme
