Bei einem Treffen verschiedener Vertreter aus der Bekleidungsindustrie von Bangladesch wurde vergangene Woche der vom Policy Research Institute (PRI) erstellte „Post-Rana Reform Roadmap“ unter anderem von der Bangladesh Employer’s Federation (BEF) sowie der Metropolitan Chamber of Commerce and Industry (MCCI) weiterentwickelt. Das Formblatt enthält einen 10-Punkte-Plan für die Herstellungsbetriebe von Konfektionsbekleidung, um Unglücke wie den Einsturz des Rana Plaza Gebäudes, bei dem über 1.100 Menschen ihr Leben ließen, zu verhindern.
Die 10-Punkte-Strategie umfasst sofortige Sicherheitsmaßnahmen sowie weiterführende strategische Aspekte wie die Klassifizierung von Fabrikgebäuden, Gesundheitsrisikofaktoren und Sicherheitsstandards, die in der Verantwortlichkeit der Bangladesh Garment Manufactures and Exporters Association (BGMEA) liegen. Die Reformen sehen ebenfalls eine Anhebung der Löhne sowie die Gründung eines Workers Welfare Funds vor. Laut der Bangladeschischen Ausgabe der Financial Express rechne man mit Relokalisierungskosten in Höhe von rund einer Mrd. Bangladeschi Taka, umgerechnet rund 985 Mio. Euro. Die Abnehmer der in so genannten Billiglohnländern hergestellten Produkte sollen darüber hinaus 1% des Warenwertes in den Fond einzahlen, der den Arbeitern zugute kommt.
Die Regierung habe bereits notwendige Schritte unternommen, um die nicht sicheren Fabriken zu verlagern. Dies solle in Phasen stattfinden, die auch davon abhängen wie viel geeignetes Land zur Verfügung stünde. Zudem habe man beschlossen, die Anzahl der Inspektoren zu erhöhen und außerplanmäßige Kontrollen durchzuführen. Darüber hinaus plädierte nicht nur Ifty Islam, Managing Partner von Asian Tiger Capital Partners, für einen firmenunabhängigen und einheitlichen Verhaltenskodex in den Produktionsketten, der für jedes Unternehmen gleichermaßen gelten soll.
