Intersport demontiert Jost

  /  03.11.2014

Noch im September wurde der Vertrag zwischen der Intersport Corporation International und deren Präsident Klaus Jost verlängert, nun heißt es partiell Lebewohl…

V.li.: Klaus Jost; Kim Roether

Mit sofortiger Wirkung zeichnet Klaus Jost nicht mehr als Vorstandsvorsitzender der Intersport Deutschland eG verantwortlich. Im September 2014 hatte man Jost für weitere drei Jahre in seiner Position als Präsident der Intersport Corporation International wiedergewählt, zudem sollte ihm im Rahmen der Ressorterweiterung als Vorstand die Leitung der Segmente Ware, Marketing und Vertrieb obliegen. Dieser Aufgabe habe der 53-Jährige entsagt, da der bisher gleichberechtigt amtierende Vorstandspartner Josts, Kim Roether, bereits Mitte Oktober dieses Jahres den Vorsitz des Vorstandes übernommen habe. Zu dem Zerwürfnis zwischen Jost und Intersport habe nicht nur die fehlende Einigung über die zukünftige Ausrichtung des Konzerns geführt, zudem sei das „notwendige Vertrauensverhältnis zu dem ehemaligen Vorstand nachhaltig gestört worden“.

Aufsichtsratsvorsitzender Knud Hansen: „Dass Klaus Jost das ihm entgegengebrachte Vertrauen, sein für die Intersport enorm wichtiges Vorstandsressort weiterzuführen, nicht angenommen hat, bedauern wir. Die grundsätzliche Meinungsverschiedenheit über die Neuausrichtung unserer Verbundgruppe war letztlich nicht mehr zu kitten.“ Ein Nachfolger für Jost werde jetzt mit dem nötigen Augenmaß gesucht, das ehemalige Vorstandsmitglied jedoch soll bereits Klage gegen die widrige Berufung Roethers zum Vorstandschef eingereicht haben. Der Vorwurf, der Aufsichtsrat habe bei seiner Ernennung gegen interne Regularien sowie das Genossenschaftsrecht verstoßen, steht im Raum. Hansen tourt derweil durch Deutschland, um „Schadensbegrenzung“ zu betreiben, heißt es, käme der Vorzug Roethers als weniger erfahrener Manager im Sportsegment schließlich einer öffentlichen Demontage seines deutlich erfahreneren Vorgängers gleich. Sollte das Urteil zugunsten des 53-Jährigen ausfallen, könne das Überleben der neuen Intersport Deutschland-Führungsebene in Frage stehen, da für die übrigen Vorstandsressorts noch keine Nachfolge oder Neubesetzung geregelt scheint. 

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