„Wir können uns Nautica Partnership-Stores in Deutschland vorstellen!“

  /  22.11.2006

1983 gegründet, gehört Nautica heute zu den wichtigsten amerikanischen Lifestyle-Marken. Seit 2003 befindet sich das Brand unter dem Dach des Bekleidungskonzerns VF Corporation, seit 2005 gibt es im italienischen Lugano eine europäische Zentrale. Von dort aus wird das Produktportfolio auf den europäischen Markt zugeschnitten. Wie das im Einzelnen funktioniert, ließ sich first-blue.de von Oliver Frielingsdorf erklären, der als European Sales & Marketing Director nicht nur den Vertrieb und das Marketing von Nautica verantwortet, sondern auch den Markenauftritt in Europa koordiniert.

Angefangen hat die Geschichte von Nautica im Jahre 1983, als es lediglich eine kleine Outerwear-Kollektion für Männer gab, die aus gerade mal sechs Teilen bestand. Heute zählt die Marke zu den wichtigsten amerikanischen Lifestyle-Brands weltweit. Seit 2005 widmet man sich wieder verstärkt dem europäischen Markt. Ihre Aufgabe ist es unter anderem auch, die amerikanische Nautica Range Europa anzupassen. Wie sieht das im Detail aus?

„Nautica hat zwei Design Centers für die globalen Aktivitäten um die Marke: ein Design Center ist im Nautica Headquarter in New York, wo federführend die Konzepte entwickelt werden und entsprechend für alle Linien gelten: von Men's Sportswear, Womenswear, über Kidswear, NJC Nautica Jeans Company, Home et cetera. In enger Abstimmung mit dem Headoffice in New York haben wir ein Design Team hier in Lugano installiert, welches entsprechend eine Nautica Men's Sportswear-Kollektion entwickelt – zugeschnitten für die europäischen Bedürfnisse und um auch dem internationalen Anspruch gerecht zu werden, das heißt Weiterentwicklung von Design Konzepten von den USA für die jeweiligen Märkte hier in Europa und auch für Asien, Middle East und Indien. Diese zwei Design Hubs werden entsprechend koordiniert, um effizient den Design- und Entwicklungsprozess zu kombinieren. Die Aktivitäten hier in Lugano, dem Nautica Europe Headquarter, sind teilweise die Adaption von Entwicklungen in den USA mit erweiterter Farbpalette, Updates bei Fitting/Silhouetten und hochwertigerem Materialeinsatz; außerdem werden in Lugano Konzepte und Teile der Kollektion entwickelt, die speziell für eine Premium-Distribution ausgerichtet sind. Als Beispiele ist hier die 15-teilige Salt Water-Kollektion zu nennen oder die weiterentwickelte J-Class-Kollektion für den Kenner von feiner American Sportswear mit dem europäischen Twist.“


Seit Anfang des Jahres hat Nautica einen Showroom in Hamburg. Wie eng ist dabei der Kontakt zum Einzelhandel? Sind noch weitere Showrooms in Deutschland geplant und welche Rolle spielt speziell der deutsche Markt für die Marke?

„Der Fokus von Nautica in Europa liegt in der Erst-Phase im Aufbau der Marke. Dies findet in Spanien, Frankreich, Irland, in den Niederlanden, in Österreich, der Schweiz und in Deutschland statt. Deutschland ist sicherlich ein sehr wichtiger Markt für Nautica in der Zukunft. Wir haben hier einen Step-by-Step-Aufbau vorgesehen, da wir die Marke in Europa maßgeblich über Men's Sportswear positionieren und erst in einer zweiten Phase weitere Nautica Bekleidungsdivisionen wie beispielsweise Womenswear, Kidswear und Jeans einführen. Den Aufbau in Deutschland werden wir über den Nautica Showroom in Hamburg, unsere internationalen Key-Showrooms in Paris und Lugano, aber auch über temporäre Order-Showrooms in Düsseldorf und München abwickeln.“



In Amerika umfasst die gesamte Markenwelt neben Menswear unter anderem auch Womenswear, Nautica Kids, Nautica Jeans, Düfte, Accessoires, Beach- und Swimwear, es gibt sogar Home-Accessories. Wie sieht es diesbezüglich mit dem europäischen Markt aus – wann ist hier mit diesem ‚Komplettpaket’ zu rechnen?

„In der Zukunft wird es sicherlich ein umfassendes Nautica Lifestyle Assortment geben, wir führen Men's Sportswear und werden dann sukzessive weitere Produktlinien vorbereiten, jeweils mit dem entsprechenden Anspruch für den europäischen Markt. Ebenfalls sind zurzeit Lizenz-Produkte von Nautica in der Einführungsphase in Europa beziehungsweise werden 2007 an den Start gehen: Uhren, Schuhe, Brillen und Nautica Fragrance. Diese Linien werden direkt über die Lizenz-Partner gesteuert und von uns hier in Lugano und New York koordiniert.“


Wo ist Nautica in Deutschland aktuell platziert und wie zufrieden ist man seitens des Unternehmens mit dieser Platzierung? Gibt es für das Brand hierzulande überhaupt den optimalen Einzelhandel und wie sieht dieser aus?

„Deutschland befindet sich noch in der Start-Phase, sicherlich gibt es in Deutschland den richtigen Einzelhandel, der aus einem gesunden Mix von starken Einzelhändlern, ausgewählten Department-Stores, Modehäusern und auch hochwertigen Mailorder-Firmen besteht. In der Zukunft können wir uns auch Partnership-Stores von Nautica in Deutschland vorstellen, welche wir zur Zeit schon in anderen Ländern eröffnet beziehungsweise in der Planung haben. Unser Country Manager, Jochen Weidner, wird sicherstellen, dass mit der kommenden Fall 2007-Kollektion eine solide und langfristige Distribution in Deutschland entsteht.“


Im VF-Portfolio gibt es viele Marken. Einige stehen sich näher als andere. Muss sich Nautica gegenüber anderen VF-Marken wie Napapijri oder The North Face abgrenzen und wie geschieht dies?

„Im VF-Portfolio sind sehr interessante Marken vertreten, die alle eine individuelle Bedeutung für die Gesamtgruppe haben. Nautica ist in diesem Portfolio eine echte globale Lifestyle-Marke mit einem kompletten Angebot von Produktgruppen, die der Nautica DNA gerecht werden. Eine Abgrenzung ergibt sich aus der Natur der Marke und der DNA der Marke, aber nicht, weil etwas sein „muss“ innerhalb des Produkt-Portfolios. Nautica ist innerhalb der VF Corporation der Sportswear Koalition zugeordnet, andere Marken von VF sind zum Beispiel – wie The North Face – unter der Outdoor Coalition positioniert, andere – wie Lee und Wrangler – unter der Jeanswear Coaltion. Im Vergleich innerhalb des Portfolios ist Nautica aber im Stande, als Lifestyle-Brand ebenfalls angrenzende Kategorien mitabzubilden und innerhalb des Nautica Portfolios zu lancieren.“

 

 

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