„Wir erhoffen uns weiteren Zuspruch von den Key Playern“

  /  12.09.2006

Nicht nur auf Aussteller-, sondern auch auf Besucherseite fanden die vier neu positionierten Messen, die vom 23. bis zum 25. Juli erstmals parallel auf dem Gelände der Messe Düsseldorf stattfanden, im Großen und Ganzen Zuspruch. Dies zeigt sich nicht nur in den recht guten Besucherzahlen, sondern auch in Meinungsumfragen, die in dieser Zeit direkt vor Ort durchgeführt wurden. Im Gespräch mit first-blue.de zieht Igedo Company-Geschäftsführer Frank Hartmann persönlich Bilanz.

Die vier zwischen 23. und 25. Juli erstmals parallel stattgefundenen Messen CPD, HMD, Bodylook mit bodytex sowie Global Fashion wurden soweit allesamt recht positiv besprochen. Dennoch zeigen sich manche Aussteller während der Veranstaltung bisweilen unsicher, weil sich das eigentliche Geschäft für sie ja im Grunde erst in den Wochen nach der Messe zeigt. Wie ist Ihre Erfahrung diesbezüglich: Stehen Sie mit den Marken auch nach der Messesaison noch in Kontakt und wenn ja, wissen Sie, wie die Messen im Nachhinein, also jetzt - nachdem die Orderrunde fast abgeschlossen ist - besprochen wurden?

„Den Verlauf der Verkaufssaison können wir als Messeveranstalter nicht maßgeblich beeinflussen. Wir geben die Rahmenbedingungen vor und sehen uns damit als Dienstleister beziehungsweise Partner der Branche. Die Messe ist erstes Stimmungsbarometer für den weiteren Verlauf der Saison. Wird die Messe gut besprochen, verläuft in der Regel die weitere Ordertätigkeit während der Saison auch entsprechend. Natürlich stehen wir in regelmäßigem Kontakt mit unseren Ausstellern, um die aktuelle Stimmungslage einzufangen und eventuell erste Hinweise aufzunehmen, was bei der nächsten Veranstaltung verbessert, ergänzt und optimiert werden kann. Dabei haben wir generell festgestellt, dass die gute Resonanz auf unsere Messen keinen Abbruch erlebt hat, sondern sich – im Gegenteil – der Zuspruch noch verstärkt hat. Insbesondere von hochinteressanten dänischen Marken erhalten wir gute Noten und haben hier bereits erste Kontakte zu potentiellen Neuausstellern für unsere Februar-Messe geknüpft.“


Zu den vier Messen haben Sie insgesamt etwa 44.000 Fachbesucher begrüßen dürfen. Diese Zahl bilanzierend, sprechen Sie davon, das Vorjahresergebnis gehalten zu haben. Aber: Hätte es bei mehr Messen nicht auch einen vergleichsweisen Anstieg der Visitors geben müssen?

„Betrachtet man die momentane Situation der Modemessen, so lässt sich an allen Stellen ein Besucherrückgang feststellen. Dies ist nach wie vor auch auf die Verunsicherung der Branche zurückzuführen, die sich mit der Zersplitterung der Messestandorte auseinander setzen musste. Wir haben die Vorjahreszahlen halten können und werten dies als Erfolg für uns. Sicherlich ist diese Resonanz auf die Parallelität der vier Messen zurückzuführen und zeigt, dass wir mit der Profilschärfung der Veranstaltungen den richtigen Weg gegangen sind. Wir können aus unserer Marktforschung ableiten, dass durch die Parallelität zum Beispiel in der Body Look und der HMD eine deutliche Besuchersteigerung zu verzeichnen war. In Deutschland sind wir mit Abstand die einzige Veranstaltung mit so großem nationalen und internationalen Nachfragepotenzial. Dennoch arbeiten wir darauf hin, den Standort Düsseldorf mit den Igedo Fashion Fairs Düsseldorf noch attraktiver zu machen, um noch mehr Besucher aus aller Welt anzulocken.“


Der Auslandsanteil der Besucher ist, praktisch alle Messen betreffend, gestiegen. Waren es bei der CPD jetzt etwa 40%, lag der Anteil ausländischer Fachbesucher 2005 noch bei 30,3%. Worin sehen Sie den Anstieg begründet und wie sind Ihre Prognosen diesbezüglich für die nächste Saison - wird es mit dem Auslandsanteil weiter bergauf gehen?

„Ich denke, der Anstieg der internationalen Besucher bestätigt unser internationales Marketing für die Igedo Fashion Fairs Düsseldorf. Die Konzeption der vier Messen an einem Ort zur gleichen Zeit hat einen internationalen Zuschnitt mit dem richtigen Angebotsmix. Die deutliche Herausstellung der einzelnen Messeprofile macht Düsseldorf gerade für die ausländischen Besucher, die in der Regel ein Vollsortiment-Haus betreiben, besonders attraktiv. Des Weiteren sind wir mit den progressiven Bereichen der CPD Style & Signatures und New Discovery neue Wege gegangen. Ein breites Portfolio an neuen Brands konnte gezeigt werden – das erhöht natürlich die Anziehungskraft für das internationale Publikum. Generell bieten wir den Besuchern ein großes Spektrum an komfortablen Services, um den Aufenthalt in Düsseldorf so bequem wie möglich zu gestalten; besondere Travel-Packages mit günstigen Flug- und Hotelangeboten sowie unsere Leistungen vor Ort mit Shuttletransfers im ganzen Stadtgebiet tragen dazu bei.“


Jünger und szeniger als die restliche CPD, war in dieser Saison bereits zum zweiten Mal die Kommunikationsplattform Style & Signatures mit am Start, ein "Global Village", in dessen Rahmen sich neben Marken vor allem auch diverse Modeagenturen zeigen. Wo sehen Sie zukünftig den Schwerpunkt der Style & Signatures: Sollen sukzessive noch mehr Modeagenturen in diese Area geholt werden oder will man den bislang recht ausgewogenen Mix aus Marken und Agenturen beibehalten?

„Für diesen erfolgreichen Bereich der CPD sehen wir den ausgewogenen Mix vor. Die Handelsagenturen auf der einen Seite präsentieren sich mit mehreren Kollektionen, fokussiert werden dabei die nationalen Einkäufer. Die einzelnen Marken können sich auf dem eigenen Stand mit einem erhöhten Marketingeinsatz in Szene setzen und richten ihr Interesse verstärkt auf den internationalen Besucher. Wir als Messeveranstalter müssen global denken, und eine Agentur in Verbindung mit dem Mutterhaus ist für uns die optimale Kombination, um auch international attraktiv zu sein.“


Was kann die Igedo Company für die nächste Messerunde generell noch optimieren, was vielleicht ausbauen?

„Die letzte Veranstaltung hat uns gezeigt, dass unsere Anstöße in die richtige Richtung gehen. Wir werden diesen Weg der Profil- und Sortimentsschärfung konsequent weitergehen. Einen ganz besonderen Schwerpunkt werden wir auf Angebotsmodule legen, die es denjenigen Herstellern, die einen Showroom in der Stadt betreiben, ermöglichen, kostengünstig und dennoch imagefördernd gleichzeitig auf dem Messegelände präsent zu sein. Dafür geschaffene Areas wie das „Concept 11“ wird es künftig auch in anderen Hallen der Igedo Fashion Fairs Düsseldorf geben. Langfristig planen wir, weitere Highlights und Events mit Glamourfaktor auf das Messegelände zu bringen. Die progressiven Bereiche und auch die Kernsegmente aller Messen haben Potenzial. Natürlich möchten wir das hohe Niveau der Veranstaltungen wahren und weiter ausbauen. Die Body Look glänzt mit großen Namen wie Sonia Rykiel und Chantal Thomass, in der Style & Signatures sind Brands wie Baum & Pferdgarten oder Fiorucci zu finden, in der Fashion Gallery stellen bekannte Designer wie Anett Röstel oder Uli Schneider aus – mit dem internationalen Standort Düsseldorf sehen wir auch im Premiumbereich noch weitere Wachstumsmöglichkeiten. Auch mit der HMD sind wir erst am Anfang. Für die Zukunft erhoffen wir uns weiteren Zuspruch von den Key Playern der Herrenmode. Die HAKA hat schließlich bereits erkannt, dass es für eine internationale Männermodemesse in Deutschland nur noch eine Chance in Düsseldorf gibt.“

 

 

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