„Wenn der andere genauso denkt – das ist die Sahne obendrauf!“

  /  26.06.2006

Jeden Tag berichtet first-blue.de über News aus der Branche: die Marken auf der einen, die Händler auf der anderen Seite. Doch wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen aus, wie arbeiten Brands und Einzelhandel zusammen, wie stimmt man sich ab? Geht das Verhältnis irgendwann über das Geschäftliche hinaus? Die Redaktion ist diesen Fragen nachgegangen und war in Koblenz bei einem Treffen von Peter Stein, Geschäftsführer der Jeans World Stein Textilhandels GmbH, und Ersin Binicioglu, Geschäftsführender Gesellschafter von Denim-Label Cross, dabei.

Peter Stein, Geschäftsführer der Jeans World Stein Textilhandels GmbH und Inhaber von vier Jeans Outlet Stores im Raum Koblenz, arbeitet mit dem türkischen Unternehmen Cross bereits seit 1995 zusammen, noch bevor im Jahre 2000 der erste Jeans World Outlet an den Start ging. Von den Produkten des Denim-Labels ist er vollends überzeugt: „Cross ist modisch und passt einfach gut in unser Sortiment. Nicht umsonst verkaufen wir im Jahr rund 7.000 Hosen davon.“ Und so verwundert es dann auch nicht, dass Cross seit Anfang an Teil des Jeans World-Markenportfolios ist, denn in den Stores von Peter Stein geht es vor allem um Stückzahlen. Immerhin macht das Unternehmen 75 bis 80% seines Umsatzes nur mit Hosen. Alle vier Standorte zusammengerechnet, liegen hier aktuell etwa 30.000 Exemplare in den Regalen, alleine auf über 40m Hosen von Cross. „Wir möchten der Einzelhandel der Zukunft sein und keine kleine Jeansbude“, erzählt der 58-Jährige motiviert und erklärt weiter: „Wir sind wertig und kommerziell. Unser Sortiment ist für den ‚Normalo’ konzipiert, der nicht moderesistent ist. Deshalb bieten wir weder Billigkram noch ganz wilde Sachen an, sondern berücksichtigen aktuelle Trends eher in Form von neuen Waschungen.“

Um der Kundschaft höchst mögliche Transparenz zu bieten, sind die Hosen nach Marken geordnet, die einzelnen Modelle zu Demonstrationszwecken aufgehängt und werden in ihren Eigenschaften plakativ beschrieben. Leuchtkästen über den Regalen sorgen für schnelle Markenzuordenbarkeit. Überhaupt hat Ordnung bei diesem Ladenkonzept oberste Priorität: Die Größen liegen so, dass jeder Kunde selbst zurechtkommen kann; das Verkaufspersonal steht aber natürlich gerne zur Verfügung, wenn gewünscht. Bei den Preisen in den Outlets handelt es sich übrigens nicht um Dumpings, sondern um die ganz normalen VKs. „Wir sind sehr kundenorientiert“, sagt Peter Stein. „Das A und O ist es, zu sehen, was draußen im Laden passiert.“ Über die Jahre hat sich der Unternehmer ein Mosaik zusammengesetzt, bestehend aus Mitarbeitern, Kunden und allen, die sonst noch dazu gehören. „Wichtig ist es uns dabei“, so Stein, „mit möglichst wenig Partnern zu arbeiten, denn wir befinden uns in richtig schweren Zeiten, Verbraucher und Rahmenbedingungen werden immer schwieriger.“

Dass sich im Jeansbereich viel verändert hat in den letzten Jahren, weiß auch Ersin Binicioglu, Geschäftsführender Gesellschafter von Cross Jeans Co.: „Die Leute wollen ständig etwas Neues sehen und einige Waschungen sind in kürzester Zeit wieder out.“ Bei Cross kommt man diesem Trend nach, indem man – als Flashprogramme zusätzlich zu den vier Kollektionen im Jahr – jeden Monat zwei bis drei neue Waschungen launcht. „Die Kunden haben heute einfach auch sehr viel mehr Ahnung als früher“, stimmt Peter Stein zu. „Das Schöne an Cross Jeans ist das gute Detailing“, erklärt er weiter. Ersin Binicioglu fügt hinzu: „Zudem decken wir eine recht breite Zielgruppe ab – nämlich sowohl bei Frauen als auch bei Männern die 16- bis 50-Jährigen. Wir haben nicht nur eine Basic Range, sondern auch viele modische Modelle im Repertoire. Und auch Gutverdiener tragen Cross Jeans, die im Verkauf zwischen 59 und 79 Euro liegen.“

In vielen Belangen dieselbe Ansicht teilend, funktioniert die Zusammenarbeit der beiden Geschäftspartner offenbar reibungslos. Ob das nun an den regelmäßigen Meetings, dem mittlerweile eingependelten und somit kurzen Weg bei Entscheidungsfindungen liegt oder daran, dass man bei Cross sehr fachhandels- und serviceorientiert ist, lässt sich nicht genau sagen. Vermutlich tragen alle Faktoren ein bisschen zu der von beiden Seiten gelobten Kooperation bei. Und mehr noch, über die Jahre hinweg hat sich zwischen Stein und Binicioglu ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Der Cross Geschäftsführer schätzt an der partnerschaftlichen Zusammenarbeit vor allem, dass man sich gegenseitig zuhört und gemeinsam versucht, Wünsche und Ziele zu realisieren. Und obgleich für Peter Stein als eingefleischter Businessman der Verkauf ganz oben zu stehen hat, zeigt auch er sich nicht nur unter diesem Aspekt mit der langjährigen Beziehung mehr als zufrieden: „Im Grunde geht es hier um eine Zweckgemeinschaft. Cross ist bei uns gut positioniert, das Verhältnis ist gut, es passt einfach! Wenn der Geschäftspartner dann auch noch genauso denkt wie man selbst, ist das natürlich die Sahne obendrauf.“

 

 

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