„Herr Winter, was genau ist eigentlich Adenauer & Co.?“

  /  11.10.2010

Freizeit wird bei Adenauer & Co. groß geschrieben – zumindest, was das Konzept betrifft, das hinter dem jungen Unternehmen steckt, das als Dachmarke von Labels wie Staff Jeans und Original Perfection fungiert. Mehr hat 1st-blue von Geschäftsführer Rainer Winter erfahren.

V.li.: Die beiden Macher hinter Adenauer & Co.: Andreas Adenauer und Rainer Winter.

Unter Adenauer & Co. ist Anfang des Jahres ein neues Unternehmen, ja, eine Marke gestartet, die sich derzeit unter dem Motto „The Beachhouse Company“ etabliert. Der Slogan ist Programm bei Adenauer & Co., denn sowohl mit der Dachmarke als auch mit den geführten Labels Staff Jeans und Original Perfection will man dem Endverbraucher das nahebringen, was jeder von uns gerne hat und mag: Freizeit. In entsprechend entspanntem Interieur ist in Trier Ende September der erste eigene Beachhouse-Store an den Start gegangen. Von alledem neugierig geworden, traf 1st-blue Rainer Winter im Adenauer & Co. Showroom in Düsseldorf. Einst als Global Product Director für S.Oliver tätig, agiert der 43-Jährige heute gemeinsam mit O’Neill Ex-CEO Andreas Adenauer als Geschäftsführer der jungen Firma, die im Dezember 2009 gegründet und im Januar dieses Jahres in Betrieb genommen wurde.


Ganz dem Slogan „The Beachhouse Company“ folgend, ist der erste Adenauer & Co. Store im Stile eines Strandhauses aufgemacht. Viel Holz und eine authentische, rustikale Einrichtung dominieren den 160 qm großen Laden in der Trier-Galerie. Wie genau würden Sie das beschreiben, was Adenauer & Co. als Marke und damit auch in den Shops transportieren will?

„Mit unserem Beachhouse-Konzept haben wir einen Laden geschaffen, in dem sich Kunden wie in einem kleinen Urlaub am Strand fühlen sollen. Einfach fröhlich und warm. Gleichzeitig ist das Beachhouse auch eine Lifestyle-Plattform. Wir möchten dem Konsumenten mit unserem Konzept etwas Neues bieten, denn genau das sucht er. Eine Alternative zu den ‚normalen’ Shoppingerlebnissen. Was bietet sich da mehr an, ihn mittels der Einrichtung unserer Shops dorthin zu versetzen, wo er – wie die meisten von – uns am liebsten seine Freizeit verbringen würde: am Strand. Daher gestalten wir unser Beachhouse am POS so authentisch wie möglich.“


Trier deutschlandweit als ersten Standort zu wählen, scheint auf den ersten Blick eher ungewöhnlich. Wieso sind Sie gerade hier gestartet und welche Kriterien bestimmen Ihre Standortauswahl?

„Trier ist für uns deshalb der ideale Standort, um unser Konzept zu testen, weil die Stadt – studentisch und mit einer Größe von rund 100.000 Einwohnern – nicht zu stark Metropole, aber dennoch modisch up-to-date ist. Die durchschnittliche mittelgroße deutsche Stadt, wenn man so will. Zudem sind wir hier mit einem Partner gestartet, den wir schon sehr lange kennen und in den wir großes Vertrauen haben – die Oetz GmbH, Mayen. Summa summarum optimale Voraussetzungen, um ein erfolgreiches Produkt zu werden und unser Partnerschaftsmodell auf den Weg zu bringen.“


Was macht das von Ihnen genannte Partnerschaftsmodell aus?


„Elementar wichtig ist uns die perfekte Anbindung zum Partner – Stichwort EDI –, wobei wir diese Partnerschaft nicht als klassisches Franchise-Modell sehen möchten. Unser vorrangiges Ziel ist es, schnell reagieren zu können auf das, was am POS passiert. Durch den direkten Kontakt haben wir zudem die Möglichkeit, ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei vergleichbarer Qualität zu bieten. Für den Einzelhandel bedeutet das höhere Margen von bis zu 2,7, gepaart mit fundiertem System-Know-how. Was wir mit unseren Partner aufbauen wollen, ist ein nachhaltiges Geschäftsmodell.“


Sind denn bereits weitere Stores in Planung?

„Ja. Allerdings können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen, wo und wann. Wir haben Anfragen für Bayern und generell von der ECE. Geplant sind cirka zwei bis drei weitere Stores für nächstes Frühjahr. Gesund wachsen, und zwar nicht zu schnell – das ist unser Ziel. Des Weiteren geht in Kürze unser Online-Shop ans Netz. Auch er soll dem Besucher das Freizeitgefühl entsprechend rüberbringen.“


Adenauer & Co. als Dachmarke versteht sich als Multibrand-System – bis dato mit den beiden Marken Staff Jeans und Original Perfection. Damit sind Unterteile und bei den Oberteilen der Bereich Sweats und T-Shirts abgedeckt. Welche weiteren Warengruppen sind in Planung?

„Ab Januar 2011 ergänzen wir unser Konzept um die Jacken-Marke Hoods und die neu gegründete Hemden-Marke Adenauer 1962. Alle Marken sind direkte Partnerschaften mit Produzenten respektive Spezialisten für genau eine Warengruppe als Core-Kompetenz. Mit vielen Jahren Erfahrung - ‚Freaks’, in dem, was sie tun. Die Idee der ‚Love Pieces’ steht dabei stets im Mittelpunkt. Unsere Kunden nehmen ihre Lieblingsteile mit zum Beach-Urlaub, ob im warmen Sommer oder im rauen Herbst und Winter. Wir möchten sukzessive eine ganze Markenwelt an Lieblingsteilen schaffen, um nach und nach alle Bereiche bis hin zu Strick und Accessoires abzudecken, wobei es uns am Herzen liegt, die Marke mittelfristig nicht zu ‚verbrennen’. Uns ist sehr daran gelegen, mit Spezialisten zusammen zu arbeiten, wie wir das beispielsweise mit der Marke Staff Jeans tun, die seit über 20 Jahren als Jeans-Spezialist und Produzent agiert und in ihrer Heimat Griechenland mit 13 Monolabel- und in 35 Multibrand-Stores vertreten ist. Mit solchen Partnern möchten wir uns eine lange Zusammenarbeit und gegenseitiges Know-how sichern, zumal wir über diese Art von Partnerschaften Einfluss auf das gesamte Produkt-Management nehmen möchten.“


Sie möchten Adenauer & Co. als Marke nicht „verbrennen“. Wie sind Sie davor gefeit?

„Zum einen muss das Team sorgfältig ausgewählt sein: Bei Adenauer & Co. arbeitet jeder Einzelne nicht nur hochprofessionell, sondern lebt den Lifestyle, um den es bei uns geht, in irgendeiner Form. Zum anderen müssen natürlich auch Partner und Kunden sowie Lieferanten und Produzenten mit Bedacht ausgesucht werden. Wir steuern auf eine klar limitierte Distribution zu, in der wir per Standort-Konzept und Planung eine genaue Zahl von Partnern pro Region definieren und diese Partner dann mittels Verträge vor einer übertriebenen Distribution schützen.“


Ein professionelles Team ist sicherlich Ziel jedes Unternehmens, aber wie genau schaffen Sie es, bei jedem Mitarbeiter ins Schwarze zu treffen?


„Hinter Adenauer & Co. verbirgt sich ein Team von rund 18 Mitarbeitern. Dabei besteht das Core-Team aus lauter ‚alten Hasen’ – das sind allesamt bestehende Verbindungen von früher, die sich bewährt haben, viele Dinge funktionieren daher blind. Dazu haben wir im Vertrieb und im Bereich Social Media, aber auch im kommenden Jahr im Design ganz junge und motivierte junge Talente ins Team mit aufgenommen. Das ist eine gute Mischung! Die Basis – die zum Teil langen Freundschaften – macht alles um ein Vielfaches einfacher, so dass nicht nur das Business, sondern auch die Menschlichkeit unseren Alltag bestimmt. Dazukommen dann junge Menschen, die total anders und frisch denken – das, glauben wir, ist die richtige Formel! Vermutlich behaupten das so oder so ähnlich viele Unternehmer, bei uns ist es aber wirklich so. Jeder von uns ist ein Profi in seinem Job, jeder investiert wahnsinnig viel Herzblut – einfach weil’s das eigene Baby ist.“


Das klingt nach einem professionellen Arbeitsklima, von dem aus sich konstruktiv agieren lässt. Daher verwundert es dann auch nicht, dass in einer solchen Atmosphäre die Idee der „Love Pieces“ aufkeimt. Für wen sind die Adenauer & Co. Brands vornehmlich gedacht?

„Unsere ‚gefühlte’ Zielgruppe sind im Kern die 20- bis 30-Jährigen. Wir verstehen unser Sortiment als Einstiegsprodukt für das Premium-Segment. Ich sage dazu auch gerne ‚Mass Premium’. Während Shirts beispielsweise bei 20 Euro im VK liegen, sind Jeans für 89,95 Euro zu haben, bringen jedoch den modischen Anspruch von Denims mit, die sonst über 200 Euro kosten würden. Damit sind unsere Jeans vielleicht nicht für jeden Endkonsumenten erreichbar, aber auch nicht ganz unerreichbar. Und weil die Adenauer & Co. Produkte keinesfalls Wegwerfprodukte sind, sondern allesamt Lieblingsteile, nimmt man sie sehr lange mit durchs Leben – aufgrund ihrer Qualität, ihres Designs und vor allem auch aufgrund des Wohlfühlfaktors, den sie mitbringen. Love Pieces eben.“


Und wie schaut es bei den Love Pieces mit den Kollektionsrhythmen aus?

„Das ist je nach Warengruppen unterschiedlich. Staff Jeans kommt mit vier Kollektionen im Jahr, wobei die Hauptkollektionen je 120 bis 140 Teile umfassen. Die zweite Kollektion in der Saison ist mit rund 30 Teilen aufgestellt. Dem gegenüberstehen fünf Kollektion bei Original Perfection und den anderen Warengruppen – mit jeweils 40 bis 50 Artikeln. Darüber hinaus gibt es Flashs, Repeats sowie ein NOS-Programm, das wir bei innerdeutschen Ordern innerhalb von 24 bis 48 Stunden ausliefern.“


Abschließend: Was hat Adenauer & Co. als nächstes für den Handel in petto?

„Derzeit entwerfen wir Shop-in-Shop-Equipment, das mit variablen Elementen ebenfalls das Freizeitfeeling transportieren soll.“


Vielen Dank für das Interview!

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