Herr Stupp, gemeinsam mit Ihrem jüngeren Bruder Denis haben Sie im Jahr 2002 die Peter Stupp Design Mode GmbH von Ihrem Vater übernommen. Was empfinden Sie an der Arbeit im Familienunternehmen als besonders angenehm?
„Zuerst einmal haben wir großen Respekt vor der Arbeit unseres Vaters, der über 50 Jahre erfolgreich in der Modebranche tätig war. Wir sind von klein auf mit der Affinität zu Mode und Textilien aufgewachsen. Ein Familienunternehmen zu übernehmen, verpflichtet. Besonders angenehm war es, eine intakte Struktur zu übernehmen und unsere eigenen Vorstellungen und Erfahrungen, die wir bereits gesammelt haben, jetzt selbst umzusetzen zu können. Wir sind sehr glücklich, diese Chance schon in jungen Jahren erhalten zu haben.“
Während Sie die Key Accounts betreuen und sich um die Ausrichtung der Kollektion kümmern, zeichnet Ihr Bruder eher für den Vertrieb und das Kunden-Management verantwortlich. Wo überschneiden sich Ihre Arbeitsfelder?
„Jeder hat sein eigenes Aufgabengebiet mit einem dynamischen Team an seiner Seite. Eine unserer Stärken sind die kurzen Wege und die Möglichkeit, Neuerungen schnell umsetzen zu können. Das geht nur im ständigen Dialog und Austausch. Natürlich haben wir auch Überschneidungen, etwa in den Bereichen Produktanspruch, Vertrieb und Marketing.“
Die 2006 ins Leben gerufene Marke Rich & Royal floriert. Im Jahr 2009 haben Sie mehr als zehn Mio. Euro Umsatz gemacht. Wie sieht die Bilanz für 2010 aus, wie das Ziel für 2011?
„Unsere Bilanz 2010 ist sehr positiv. Unser Wachstum lag bei über 40%. Am meisten freut uns, dass wir in unseren Kernmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz unser Wachstum zum Großteil mit bestehenden Kunden generiert haben. Unsere Order wächst vor allem durch den Ausbau unserer Kollektion im Bereich Konfektion wie Jacken, Blazer und Hosen, wodurch wir höhere Durchschnittbons erzielen.
Unser Bestreben für 2011 ist es, Rich & Royal ständig weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, die Partnerschaften mit unseren Kunden zu vertiefen – hierfür haben wir ein sehr starkes Sales Team in unseren Showrooms und setzen auf eine nachhaltige Betreuung. Wir möchten die Marke weiter positiv aufladen und uns international in den Trendabteilungen platzieren.“
Wie steht die Marke über die heimatlichen Landesgrenzen hinaus da? Welcher Anteil des Umsatzes entfällt auf das Exportgeschäft und welche Länder sind die Rich & Royal Zugpferde im Ausland?
„Neue Märkte wie Griechenland, Finnland, Russland und Hongkong entwickeln sich sehr gut. Für uns ist es wichtig, mit den Marktführern in den jeweiligen Gebieten zusammenzuarbeiten. Wesentlich ist, dass der Markteintritt mit einem sehr wertigen Kundensegment erfolgt. Hier legen wir viel Wert auf Qualität. Die neuesten Zugänge in unserem Länderportfolio sind die Niederlande und Frankreich. Hier bestätigt sich unser Vorhaben. Bereits mit der ersten Verkaufsrunde konnten wir viele Top-Einzelhändler gewinnen. Der nächste Schritt wird der nordamerikanische Markt sein. Die dort ansässige Agentur steckt schon mitten in den Vorbereitung für den Kick-off.
Der Exportanteil liegt bei etwa 35%. Um den Exportanteil weiter zu steigern, helfen uns Messeplattformen wie die Bread & Butter in Berlin, welche einen ausländischen Besucheranteil von 50% hat, sowie die CPM in Moskau, welche die Leitmesse für die osteuropäischen Märkte ist, aber auch die Modefabriek Amsterdam in Holland.“
Nur noch wenige Tage, dann öffnet die Bread & Butter abermals ihre Pforten – Rich & Royal mittendrin. Worauf freut sich das Rich & Royal-Team besonders und – umgekehrt – worauf dürfen sich die Kunden der Marke im Zuge der neuen Orderrunde freuen?
„Wir freuen uns auf die neue Orderrunde und vor allem auf unsere Kunden, welche die Bread & Butter besuchen. Das ist für uns die Plattform, unsere neue Herbst/Winter-Kollektion 2011/12 zu präsentieren und mit fast all unseren Kunden informative Gespräche zu führen. Unsere Partner können sich auf eine innovative Kollektion und offene Ohren freuen. Die Herbst/Winter-Kollektion, die geprägt durch die Themen ‚Baroque Rock’ und ‚Natural Wilderness’ ist. ‚Madness’, ein gemeinsamer Einfluss beider Themen, schafft die spielerische Verbindung zwischen ‚Baroque Rock’ und ‚Natural Wilderness’. Wir haben einen größeren und übersichtlicheren Stand am Hauptgang der Style Society, um die ganze Kollektion präsentieren zu können. Ab 16 Uhr dürfen sich unsere Kunden auf ein ‚Meet & Greet’ zum Messetalk mit einer kleinen Verköstigung ‚Save Water Drink Champaign Vol. III’ auf unserem Stand einfinden. Das Treffen hat schon eine kleine Tradition.“
Abschließend: Wie ist eigentlich der Name Rich & Royal entstanden?
„Im Jahr 2006 haben wir gespürt, dass der Markt auf der Suche nach etwas Neuem ist. Inspiriert durch die US-Rockband Rich & Royal haben wir mit demselben Namen eine innovative Kollektion auf den Markt gebracht. Unsere Mode wird immer auch durch Lifestyle und die Musikbewegung inspiriert sein. Das hält uns jung und innovativ.“
Vielen Dank für das Interview!
„Herr Stupp, floriert Rich & Royal?“
/ 12.01.2011Seit 2002 lenken die Gebrüder Stupp im Schwabenland mit Stolz die Geschicke des Unternehmens ihres Vaters, 2006 verwirklichten die beiden mit Rich & Royal ihren Traum einer eigenen Marke. Im Gespräch mit 1st-blue zieht Geschäftsführer Patrick Stupp (34) Bilanz.

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