„Herr Plank, warum ist Seven Sands der ‚perfekte Partner‘?“

  /  22.09.2021

Im Interview mit Maximilian Plank, Gründer und Managing Director von Seven Sands, geht es um Mehrwert, Circular Economy-Konzepte und gesunden Menschenverstand…

v.li.: Marc Alexander Ullrich; Maximilian Plank

Seven Sands ist eine in diesem Jahr gelaunchte D2C- und Handelsmarke der von Marc Alexander Ullrich und Maximilian Plank gegründeten Sand & Olive GmbH. Das Label steht für langlebige, zeitlose Premium Menswear Basics, die nachhaltig und individuell „made for you“ in Berlin designt und in Portugal hergestellt werden. Plank, Founder und Managing Director, verrät im Interview, welche Herausforderungen es zu stemmen gibt, welche Benefits die Marke mitbringt und wie man dem Konsumenten zeigen möchte, dass er eine Stimme hat, wenn es um seine Kleidung geht.

Da auch Männer unterschiedliche Körperformen haben und gut gekleidet sein wollen, haben Sie Seven Sands gegründet. Was unterscheidet das Label von anderen Brands, die Premium Basics in verschiedenen Passformen fokussieren?


„Uns ist es von Anfang an wichtig gewesen, mehr Vielfalt durch verschiedene Varianten an Größen und Farben anzubieten. Durch die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten haben unsere Handelspartner und Konsumenten eine mannigfaltige Auswahl, die on-top zur on-demand Produktion auch noch nachhaltiger und individueller ist. Dazu kommt unser Hauptversprechen: Unsere Ware geht niemals aus und die Fits werden sich nicht ändern, da die Stoffe bei uns vorrätig sind und wir die Kontrolle über den gesamten Prozess haben. Außerdem sind wir besonders schnell: Wir liefern in max. fünf Werktagen ab Ordereingang. Wir sind somit der perfekte Partner für jeden Mann.“

„Basic ist heute nicht mehr Basic“, lautet ein Zitat von Ihnen – inwiefern?


„Man muss sich nur in der Streetwear und Sportswear umsehen: Basics sind heute Teil des Styles geworden. Ein T-Shirt unter einem Sakko. Ein schönes Polohemd im Büro. Basics sind ein nicht zu vernachlässigender Teil eines gesamten Outfits. Sie machen Looks erst rund, gestalten sie oder setzen Akzente.“

Sie haben Seven Sands während der Corona-Pandemie gelauncht, was dabei geholfen hat, sich noch stärker auf das zu fokussieren, was wichtig ist: weniger Mode auf den Markt zu werfen und nur das zu produzieren, was einen Mehrwert bringt. Wie definieren Sie diesen Mehrwert?

„Der Mehrwert wird klar über den Produktionsauftrag des Konsumenten getrieben. Egal, ob er über den E-Shop einkauft oder aber über einen Handelspartner den Auftrag erteilt. Unsere Ware wird erst produziert, wenn Konsument oder Einzelhändler sie online bestellt. Ein weiterer Mehrwert liegt in der perfekten Passform aufgrund der Vielfalt von Seven Sands. Unser Händler hat damit den Vorteil, seinen Kunden wieder vollumfänglich und echt beraten zu können. Zudem ist die Ware immer und überall in kurzer Zeit verfügbar – gleiche Farbe, gleiche Größe und gleicher Style. Und das innerhalb von fünf Werktagen ab Ordereingang. Dass wir die Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess haben, macht uns verlässlich.“

Mit den Styles, von T-Shirt über Polo bis hin zum Jersey-Hemd, den 20 Farben, den zwei Cotton-Materialien sowie den Detailpersonalisierungen kommt Seven Sands auf insgesamt 20.000 Modell-Varianten. Das klingt beeindruckend und gleichzeitig zunächst überfordernd...

„Wir sind mittlerweile sogar bei 72.000 Varianten! Natürlich ist das eine Herausforderung – eine, die wir stemmen können. Wir optimieren den Shop stetig und machen Usability Tests, um den Prozess so einfach wie möglich zu halten. Wir machen die Erfahrung, dass sich Kunden mit den Basic-Farben und Basic-Styles erst herantasten und dann im zweiten Schritt andere Varianten kaufen. Im Prinzip reagieren wir auf die Nachfrage.“

Seven Sands ist seit Januar 2021 für Endkonsumenten über den eigenen E-Shop erhältlich. Die Produkte werden zudem über den stationären Einzelhandel verkauft und eine Private Label-Produktion ist ebenfalls möglich. Worauf liegt der Fokus?


„Wir fokussieren uns auf beide Ansätze. Das ist zum einen der Verkauf über den einzelnen Konsumenten und den Retail. Da wir in unseren modernen Prozessen keinen Unterschied zwischen Privatperson und Einzelhändler machen und da wir keinen klassischen Modevertrieb aufbauen und die Order on-demand und online erfolgt, spielt die Unterscheidung zwischen Endkonsument und Handel für uns keine Rolle. Der zweite Schwerpunkt unseres Business liegt im Private Label-Geschäft. Wir bieten Marken an, für sie zu produzieren – mit dem gleichen Versprechen von Schnelligkeit, Qualität und Vielfalt.“

Einzelhändlerinnen und -händler können auch kleine Mengen abnehmen; Seven Sands ist spezialisiert auf Bestellmengen von 1 bis 500 Stück. Bringt die On-Demand-Produktion – in kleinen Stückzahlen – auch Nachteile bzw. Schwierigkeiten mit sich?

„Je kleiner die Mengen, je größer ist der Anteil der Lieferkosten und Aufwände pro Lieferung für uns. Des Weiteren sind unsere Stückkosten um einiges höher, als wenn Sie 20.000 T-Shirts vorproduzieren. Modern und nachhaltig ist jedoch genau der Paradigmenwechsel der Produzenten, der sich gerade vollzieht und Angebote wie Seven Sands möglich macht. Eine Industrie, die Jahrzehnte vorproduziert hat, tut sich nicht so leicht, dass zu ändern. Aber genau das ist unser Vorteil.“

Left Over-Fabrics aus der Produktion sollen künftig für den Einsatz der Knopfleisten in Akzentfarben recycelt werden, mit dem Ziel: Zero Waste. Glauben Sie, der Zero Waste- Anspruch wird in Zukunft generell in der Branche mal gang und gäbe werden?

„Zero Waste wird schwer zu 100% umsetzbar sein. Dennoch bewegt sich der Markt mehr in Richtung von Circular Economy-Konzepten. Wichtig wird sein, Rohstoffe wieder zu verwenden, um so den Abfall zu reduzieren. On-Demand hat dabei einen immens großen Vorteil gegenüber der konventionellen Produktion. Denn konventionell werden im Schnitt 50% der Produktion nach nicht erfolgtem Verkauf vernichtet.“

Designt wird in Berlin, hergestellt in Portugal. Sie kennen alle Partner in der Supply Chain; alle sind entweder Oeko-Tex-oder GOTS-zertifiziert. Spielte Nachhaltigkeit für Sie schon immer eine so wichtige Rolle? Auch privat?

„Nachhaltigkeit spielt immer eine Rolle. Im Business, wie auch für mich privat ist ein ausgewogenes Verhältnis aller Dinge und ein gesunder Menschenverstand wichtig. Neben Seven Sands betreibe ich außerdem eine nachhaltige Landwirtschaft und produziere darüber natürliche Rohstoffe für gesundes Pferdefutter. Ein gesundes und ökologisches Arbeiten und Leben gehören für mich nahtlos zusammen.“

Sie waren dieses Jahr Vorstandsmitglied bei Drip by Drip e.V., der ersten NGO, die sich der Lösung der Wasserproblematik in der Mode- und Textilindustrie verschrieben hat. Was haben Sie für Ihr Label mitgenommen?


„Dass es viele Initiativen gibt, diese aber selten von den Kunden und Brands getrieben werden. Am Ende sind es die Konsumenten, welche die Produkte kaufen. Ich habe klar
mitgenommen, sich alternative Stoffe anzusehen und auch über die Unterschiede in der Produktion und des Anbaus zu kommunizieren.“

Das Seven Sands-Portfolio soll im Oktober 2021 um Sweat-Styles erweitert werden. Welche Produktgruppen können Sie sich in Zukunft noch vorstellen?

„Grundsätzlich viele. Wir können uns vorstellen, den gesamten Basic-Bereich für den Mann aufzurollen. Hier liegt ja unser Fokus. Dazu kommt zukünftig die Erweiterung unseres bestehenden Angebots durch weitere Stoffe und Farben.“

Der Fokus liegt derzeit auf den D.A.CH.-Märkten, ab 2022 soll UK dazu kommen. Warum UK und was unterscheidet den Markt dort von den D.A.CH.-Märkten?


„In den D.A.CH.-Märkten sind wir zu Hause. UK wiederum hat speziell in London einen hohen Modegrad sowie eine hohe Kaufkraft. Hier passen wir mit unserer Vielfalt an Farben, Styles und Passformen genau hin.“

Was ist Ihr Hauptziel mit Seven Sands?


„Wir möchten die Produktion durch den Konsumenten steuern und ihm zeigen, dass er eine Stimme hat, wenn es um seine Kleidung geht. Und wir möchten so vielen Männern wie nur möglich ‚Made for You‘-Produkte zugänglich machen, indem wir uns als Produzent für den Handel und für den Endkonsumenten etablieren.“

Vielen Dank für das Interview!

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