„Herr Piscitello, wie nimmt der Handel Petrol Apparel an?“

  /  17.05.2010

Die Marke Petrol ist in Deutschland und Österreich mit 1.100 Handelskunden, davon 900 hierzulande, vertreten. Juri Piscitello, Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH, die den Import des Brands seit Anfang 2008 verantwortet, hat 1st-blue erzählt, wie er sich den Erfolg der Marke erklärt, welche Ziele angestrebt werden und wie man von Gürteln zur Bekleidung kam.

Die Bekleidungs-Kollektion von Petrol ist noch relativ neu. Wieso wurde die Linie gelauncht, wie ist die Kollektion angelaufen und welche Ziele werden verfolgt?

„Es ist richtig, dass Petrol erst seit einem Jahr mit der Textil-Kollektion auf dem deutschen Markt aktiv ist. Der Grund dafür ist, dass wir einerseits zu dem Zeitpunkt das Potenzial der uns gezeigten Kollektion erkannt haben und es andererseits eine gewisse Sättigung im Markt durch etablierte Brands gibt und gleichzeitig eine Bereitschaft vieler Kunden, sich neue Kollektionen anzuschauen. Das Ziel ist klar definiert: Wir wollen aus Petrol ein Lifestyle-Brand machen.“


Petrol war zuvor eher als Accessoire-Brand bekannt. Werden mit der Bekleidung dieselben Kunden angesprochen oder eröffnen sich so neue Zielgruppen?

„Wichtig war es, mit den Gürteln eine breite Basis an Kunden zu haben, die Vertrauen zu unserem Produkt mitbringen, so dass diese auch bereit sind, sich die Textilien anzusehen.“


2009 war ein Krisenjahr – wie ist es bei Ihnen gelaufen?

„In 2009 wurde eine Umsatzsteigerung von 80% erzielt und wir dachten, so kann es nicht immer weiter gehen. Allerdings werden wir dieses Jahr eine Steigerung von 100% haben, also unseren Umsatz verdoppeln.“


Und wie ist der bisherige Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres, wie sind die Erwartungen für das Jahr 2010? Können Sie auch schon etwas für 2011 sagen?

„Wir werden etwa 300.000 Gürtel in Deutschland verkaufen und dazu 100.000 Oberteile und Jeans. Das Ziel für 2011 ist, dass wir vorwiegend mit Jeans und Kinderbekleidung wachsen wollen. Hier sehen wir die größten Potenziale für Petrol.“


Fast alle Marken haben mittlerweile ihren eigenen Webshop. Was ist diesbezüglich bei Petrol geplant? 

„Wir haben vor kurzem eine B2B-Plattform für Händler geschaffen, mit der wir das Tagesgeschäft mit Gürteln forcieren wollen. Der Grund dafür ist, dass die Petrol Gürtel sich sehr schnell verkaufen und wir mit unserem Außendienst nicht überall gleichzeitig sein können. Die ersten Erfolge sind schon da, denn im ersten Monat haben wir etwa 70 Online-Orders erhalten, und der Trend ist zunehmend.“


Also kein Webshop für Endverbraucher? 

„Ein Webshop für Endverbraucher ist für uns kein Thema, denn wir beschäftigen uns nur mit dem Wachstum durch unsere Händler. Dazu hier noch ein Beispiel: Wir werden ab sofort einen Flächenvertrag mit Wöhrl starten und alle 29 U1-Filialen bestücken. Dasselbe gilt für Görgens, wo wir ab dem 1. August 2010 einen Flächenvertrag mit je zwei Warenträgern mit Gürteln für 72 Filialen unterschrieben haben. Dazu werden wir ab Anfang August auch eine EDI-Anbindung mit all unseren großen Kunden haben. Das sind also die Wachstumsthemen, mit denen wir uns beschäftigen.“


Sie sind seit vielen Jahren mit der Branche verbunden und echter Insider. Was muss Ihrer Meinung nach eine Marke mitbringen, um erfolgreich im Markt agieren zu können? 

„Als Insider der Branche würde ich mich nicht bezeichnen, aber zu der Frage, was eine Marke erfolgreich macht, möchte ich kurz folgendes sagen: Ich glaube, dass der Mehrwert eines Produktes entscheidend für seine Performance ist. Dieser setzt sich meiner Meinung nach aus folgenden Kriterien zusammen: schnelle Abverkäufe über einen langen Zeitraum, ständige Warenverfügbarkeit in Sortimentsbreite sowie tiefe und gleich bleibend hohe Qualität der Kernprodukte.“


Zurück zu Petrol: Wie arbeiten Sie mit dem Fachhandel zusammen? Wo trifft er auf die Marke außerhalb des Auftritts auf der Bread & Butter?

„Was die Messen angeht, konzentrieren wir uns auf Berlin und sind immer wieder froh, dabei zu sein, diesmal auch auf dem Kids Camp, wo wir auf 30 qm unsere Boys-Kollektion zeigen werden. Allerdings haben wir hier das ehrgeizige Ziel, in ein bis zwei Jahren in der Denim Base Platz zu finden.“


Was kann man in Zukunft Neues von Petrol erwarten?

„Von Petrol kann man in Zukunft ein hohes Wachstum, einen guten Service und eine interessante Jeans-Kollektion erwarten.“

 

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