„Herr Hillen, was können Aussteller zur Optimierung der Berliner Messen beitragen?“

  /  15.07.2019

Bernd Hillen, Centraltrade Germany-Geschäftsführer, Distributeur der Marke Blundstone, spricht im Interview über die Berliner Messelandschaft und Optimierungsvorschläge…

Bernd Hillen

Bernd Hillen, Geschäftsführer der Centraltrade Germany, verantwortlich für die Distribution des australischen Schuh-Labels Blundstone, verrät im Interview, wie er mit seiner Marke die Berliner Messen zur Fashion Week erlebt hat und was er sich künftig von Veranstaltern und Ausstellern wünschen würde.

Herr Hillen, Ihre Marke Blundstone zeigte sich als Aussteller während der Fashion Week Berlin auf zwei Messen, der Selvedge Run und der Seek. Wie ist lautet Ihr Resümee?


„Ich bin seit über 25 Jahren in der Schuhbranche und war auf sehr vielen internationalen Messen von Amerika bis Russland, von Asien bis in den Mittleren Osten und auch in den europäischen Nachbarländern. In Deutschland kenne ich Köln, Düsseldorf, München und Berlin, aber auch die regionalen und Einkaufsvereinigungs-Messen. Wir alle kennen die Berliner Messen und schwärmen noch heute von dem ‚einen‘ großen Standort. Die heutige Situation in Berlin ist eine große Herausforderung, für die Besucher und für die Aussteller. Die großen Distanzen zwischen den einzelnen Messen sind im Berliner Stadtverkehr immer ein großer Zeitverlust. Zeit, die dem Händler fehlt, um sich über neue Marken oder Produkte zu informieren. In der Zukunft möchte ich mit Blundstone nur noch auf einer Messe, und dafür besser sichtbar, vertreten sein.“

Haben Sie Reaktionen der Einkäufer auf die Fashion Week generell mitbekommen? Wie fiel deren Urteil aus?

„Ich höre und spüre schon länger eine große Unzufriedenheit wegen der oben geschilderten Situation.“

Was sollte Ihrer Meinung nach von Seiten der Veranstalter verbessert werden?

„Zurzeit nehme ich einen starken Wettbewerb zwischen den Veranstaltern war. Im ersten Schritt fehlt mir die klare Abgrenzung, wofür die jeweilige Messe steht. Im zweiten Schritt brauchen wir für dieses breite Angebot die Konzentration auf einen möglichen Standort. Ein großer Teil der Besucher hat verschiedene Handelskonzepte, von Mainstream bis Premium. Diese Händler leiden am meisten unter dieser Situation. Zeit ist Geld und hier wird mit der Zeit der Besucher nicht respektvoll umgegangen. Die Veranstalter müssen prüfen, ob sie kooperieren können und wollen. Es wäre schade, wenn durch diese Konkurrenzsituation der Standort Berlin an internationaler und nationaler Akzeptanz verlieren würde.“ 

Wie kann das umgesetzt werden?


„Ich bin mir leider bewusst, dass die Theorie einfacher ist als die Realität. Die Umsetzung liegt in Hand der Veranstalter und der möglichen Optionen für einen entsprechenden Veranstaltungsort. Mit der GDS haben wir leider die weltweit führende Schuhmesse verloren. Neben den Veranstaltern sind wir alle gefordert, das heißt die Aussteller, die Fachpresse, die Händler, aber auch die deutschen Einkaufsvereinigungen. Diese stehen im engen Kontakt mit ihren Mitgliedern und sollten diese animieren, Messen als Informations- und/oder Orderplattform zu besuchen.“

Können auch die Aussteller zu einer erfolgreichen Fashion Week beitragen?


„Die Aussteller dürfen sich nicht alleine auf die Veranstalter verlassen, es ist immer ein miteinander. Der Veranstalter sorgt für den Rahmen, bewirbt die Messe national und international. Wir als Aussteller sind ebenfalls in der Pflicht, für Attraktivität zu sorgen. Das beginnt bei der Kollektion und geht bis zum Angebot für eine frühe Order. Der Händler, der früh ordert, muss auch belohnt werden. Unsere Messeteilnahme  müssen wir selbstverständlich aktiv unseren Händlern per Email und zusätzlich per Telefon mitteilen. Als Aussteller müssen wir dem Händler ohne Kaufdruck die Möglichkeit geben, sich über neue Artikel und Marken zu informieren. Wir wollen und müssen alle verkaufen, im ersten Schritt ist es jedoch wichtig, den Händler für unsere Marke zu begeistern. Wenn unser Produkt und unsere Serviceleistung überzeugt, und die Zielgruppe passt, dann kommt auch eine Partnerschaft zu Stande.“

Vielen Dank für das Interview! 

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